Wermelskirchen: Die Innenstadt wird zur Laufstrecke

Wermelskirchen : Die Innenstadt wird zur Laufstrecke

Der Stadtlauf durch Wermelskirchen am Samstag war vor allem bei den Schülern ein Renner. Die Veranstalter hatten allerdings mit technischen Problemen bei der Zeitnahme zu kämpfen, weswegen einige Siegerehrungen ausfielen.

Ein Horn bläst, und 24 Läufer setzen sich unter dem Jubel der Zuschauer in Bewegung. Acht Runden durch die Innenstadt liegen vor den Teilnehmern des 10.000-Meter-Laufs - die längste Strecke an diesem Tag. Zunächst geht es die Telegrafenstraße entlang und die Kölner Straße hinunter, dann müssen sich die Läufer ein wenig quälen, denn mit der Carl-Leverkus- und der oberen Remscheider Straße stehen vor der Rückkehr auf die Zielgerade zwei Bergauf-Passagen an. Die Besten benötigen für die acht Runden 35 bis 40 Minuten - doch für die Läufer ist an diesem Samstagnachmittag der Spaß am Sport mindestens ebenso wichtig, wie das Aufstellen von Rekordzeiten.

Die zehn Kilometer waren längst nicht die einzige Strecke, an der sich die Starter bei der 15. Ausgabe des Wermelskirchener Stadtlaufes versuchten. Besonders beliebt war die Veranstaltung bei Schülern und den Jüngsten: Am 125-Meter-Lauf der Bambini (vier bis sechs Jahre) nahmen mehr als 100 Nachwuchssportler teil, am Lauf der Grundschüler über eine Distanz von einem Kilometer sogar mehr als 130. Bei wolkigem, aber trockenem Wetter kamen hunderte Zuschauer, um die Wettkämpfe mitzuerleben - im Zielbereich am Rathaus herrschte Feststimmung.

"Gerade die Läufe der Kinder ziehen viele Zuschauer an - schon durch die Eltern und Großeltern sind es oft 600 oder 700", erklärte Organisator Walter Thiel vom WTV. Dass die Resonanz beim Lauf der Grundschüler so groß ist, liegt nach Ansicht Thiels auch an den Lehrern: "Einige sind da wirklich sehr engagiert." Einen weiterer Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Staffelläufe: Bei der Pendelstaffel traten Teams verschiedener Grundschulen gegeneinander an, und am Wettbewerb über drei mal 1000 Meter konnten Kinder und Eltern gemeinsam teilnehmen.

Im an Erwachsene gerichteten Segment (3000 und 10.000 Meter) hatte die Zahl an Anmeldungen im Vorfeld derweil zu wünschen übrig gelassen. Die Konkurrenz durch (Halb-)Marathons und Geländeläufe wirkt sich offenbar spürbar negativ aus - wie Walter Thiel anmerkte, "tun sich klassische Stadtläufe momentan generell schwer". Durch eine Reihe kurzfristiger Nachmeldungen wurden zu guter Letzt aber doch noch akzeptable Teilnehmerzahlen (21 und 24) erreicht.

Als wenig zuverlässig erwies sich das System zur Zeiterfassung, das am Samstag verwendet wurde: Es hatte mehrere Aussetzer, weshalb in vielen Wettbewerben zunächst keine offiziellen Sieger ermittelt werden konnten. Auch gestern Morgen konnten die Zeiten der Läufer nur unter Vorbehalt bekanntgegeben werden: Auf der Homepage des Zeitmessers war zu lesen, dass "die Ergebnisse der Bambini- und Kinderläufe teilweise nicht korrekt" seien. Mehrere Siegerehrungen mussten daher am Samstag ausfallen. Laut Thiel sollen sie jedoch nachgeholt werden, so dass insbesondere die Schüler sich noch feiern lassen können: "Wir werden zu den Schulen fahren und die Ehrungen soweit möglich dort vornehmen."

Im nächsten Jahr könnte sich an der Gestaltung der Veranstaltung dann einiges ändern: "Wir werden darüber nachdenken müssen, ob wir einige der schwächer besetzten Läufe weiterhin ausrichten wollen", sagte Thiel. Der Fokus wird sich also möglicherweise noch stärker hin zu den jüngeren Altersklassen verschieben. Auch dort soll es derweil Veränderungen geben: So sollen die Altersstufen etwa bei den Bambini weiter verfeinert werden, um die Wettbewerbe gerechter zu machen.

(RP)
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