Wermelskirchen: Die Innenstadt soll schöner werden

Wermelskirchen : Die Innenstadt soll schöner werden

Mit kleinen Maßnahmen arbeitet die Stadt Schritt für Schritt daran. Die vielen Plakate stehen diesem Ziel entgegen.

Für den letzten großen Baustein des Wermelskirchener Innenstadtumbaus wurden in dieser Woche im Rathaus die Weichen gestellt. Tiefbauamtsleiter Harald Drescher und seine Kollegen schlossen die Auftragsvergabe für die Umgestaltung der Oberen Remscheider Straße ab. Dort sollen unter anderem die Parkbuchten neu gestaltet, neue Parkplätze angelegt und Bäume gepflanzt werden. Im Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen. Wenn sie abgeschlossen sind, hat die Stadt die großen Umgestaltungsarbeiten am Innenstadt-Dreieck abgeschlossen.

Blick über die Telegrafenstraße: An zahlreichen Laternenmasten hängt ein Werbeplakat. Foto: Jürgen mOll

Kleine Arbeiten laufen permanent, manchmal vom Bürger zunächst unbemerkt. So hat die Verwaltung gerade die ersten zwei Baumscheiben an der Telegrafenstraße neu gestaltet. Statt mit karger Erde, aus der höchstens Unkraut spross und auf der Hunde ihre Häufchen machten, sind die Flächen um die Bäume nun mit einem Splitgemisch gestaltet. Es bildet eine feste, ebenerdige Fläche, die auch begehbar ist.

Damit die Innenstadtstraßen und -Gehwege leichter saubergehalten werden können, versiegelten Bauarbeiter in dieser Woche an einigen Stellen die Fugen zwischen den Pflastersteinen. Beispielsweise an der Bushaltestelle Kölner Straße bleiben zwischen in den Ritzen häufig Zigarettenkippen und Müll hängen. Deswegen wurden die Fugen mit einem Kunstharz verschlossen. All diese kleinen Schritte sollen der Innenstadtverschönerung dienen.

Doch wer etwa über die Telegrafenstraße geht, dem sticht Unschönes grell ins Auge. Fast an jedem Laternenmast hängt ein Plakat: Schlussverkauf, Feste in den Nachbarstädten, Partys. Die Plakate sind in der Regel alle erlaubt. Wer gewerbliche Werbung innerhalb der Stadtgrenzen anbringen möchte, braucht dafür eine Sondernutzungserlaubnis, die im Tiefbauamt erteilt wird. Bis zu 30 Plakate darf ein Veranstalter aufhängen, erläutert Drescher, meistens seien es nur halb so viel. Doch wenn es viele Veranstaltungen gleichzeitig gibt, fallen die Plakate besonders ins Auge.

Ob diese vielen Plakate schön sind, darüber wird in Wermelskirchen immer wieder gestritten, bislang ohne Ergebnis. Die politischen Vereinigungen immerhin haben im vergangenen Jahr ein Abkommen geschlossen, um die Flut der Wahlplakate einzudämmen. Das hat bei den Europa- und Kommunalwahlen in diesem Frühjahr allerdings noch nicht richtig geklappt, Streit über die Plakate gab es hinter den Kulissen weiter. Wollten Stadtverwaltung und Politik die Plakatierung an Wermelskirchens Straßen kanalisieren, müssten sie dafür die sogenannte Sondernutzungssatzung im Ortsrecht ändern.

Einen Weg, der unschönen Plakatiererei ein Ende zu machen, geht die Nachbarstadt Remscheid. Dort arbeitet die Stadt seit 2013 mit einem Investor zusammen, der einheitliche Tafeln für Werbeplakate an den Laternen angebracht hat, die von Firmen oder Veranstaltern gemietet werden können - bzw. müssen. Die wilden Plakate im Stadtbild sind seitdem weniger geworden.

(RP)
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