Wermelskirchen: Die Fahrgeschäfte kommen gut an

Wermelskirchen : Die Fahrgeschäfte kommen gut an

Stippvisite zur Frühjahrskirmes auf dem Schwanenplatz bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen am Samstagnachmittag: Nirgends standen die Menschen in Warteschlangen.

Im Streifenpark, der mit fliegenden Händlern und einigen Imbissbuden bestückt war, flanierten nur wenige Besucher - von Überfüllung also keine Spur. Teenager belagerten die größten Fahrgeschäfte des Rummels - den Autoscooter "Drive in" und die "Raupe" (Disco-Musik-Express). Ein weiterer Klassiker, der auf keiner Kirmes fehlen darf, war das Kinderkarussell.

Hier herrschte reges Treiben, Eltern und Großeltern reihten sich um das Rund, um die fröhlich-strahlenden Augen ihrer Sprösslinge und Enkel, die in Feuerwehrleiterwagen, Bussen, Polizeicabrio, Rennauto, Flugzeugen oder auf Motorrädern einen Platz gefunden hatten, zu beobachten.

Genauso wie die Teenager an Autoscooter oder Raupe, die wie selbstverständlich fast jede Fahrt für soziale Netzwerke oder Chats mit dem Handy dokumentierten, kamen auch die Erwachsenen am Kinderkarussell nicht ohne ihr Smartphone aus: Sie fotografierten und filmten die Runden der kleinen Kirmesbesucher ausgiebig.

Der Wermelskirchener Torben Beuth kam mit Freunden und Nachwuchs zur Frühjahrskirmes. Der junge Vater blickte mit einem Augenzwinkern auf das bunt blinkende Geschehen: "In meiner Jugend fand ich die Raupe toll. Heute erscheint mir selbst das Kinderkarussell zu schnell."

"Gefühlte 70-mal" drehten der fünfjährige Ole und seine zweijährige Schwester Ida ihre Runden auf dem Kinderfahrgeschäft - zumindest kam das Mutter Maggy Feldmann so vor: "Mit Kindern ist der Kirmesbesuch doch Pflichtprogramm. Ohne Kinder gingen wir genauso, dann aber zu einer anderen Uhrzeit."

Alle Jungen und Mädchen würden eben gleichermaßen gerne Karussell fahren. Für Papa Sven kauften Maggy, Ole und Ida eine große Tüte Popcorn, weil der auf den Kirmesbesuch verzichtete und stattdessen das gute Wetter zum Weiterbauen der Terrasse nutzte.

Ein Kirmesbesuch ist nicht preiswert. Ein Vater brachte es mit seinem vierjährigen Sohn in zwei Stunden auf 29,50 Euro - zwei Pommes und eine Currywurst (9,50 Euro), zwei Mineralwasser und eine Berliner Weisse (acht Euro), acht Kinderkarussellfahrten (zehn Euro), eine kleine Tüte Popcorn (zwei Euro). Da lässt sich hochrechnen, was sich läppert, wenn Mama und Geschwister mitkommen.

(sng)