1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Die Art des Grabschmuck zu Totensonntag hat sich verändert.

Wermelskirchen : Der Grabschmuck gewinnt an Farbe

Zum Totensonntag bindet Christa Fenselau zahlreiche Gestecke. Sie hat beobachtet, wie sich die Trends in den vergangenen Jahren verändert haben. Gefragt sind heute auch beflanzte Töpfe.

Bevor es in Fenstern und Wohnstuben rot und grün glitzert, bevor die Lichter strahlen und die Stroh‑sterne vom Dachboden geholt werden, wird es ruhig und dunkel. Die letzten beiden Novembersonntage vor dem ersten Advent sind traditionell dem Gedenken und der Trauer gewidmet.

Aber in den vergangenen Jahren haben auch sie an Farbe gewonnen. „Früher haben wir vor allem Tanne und braune Farben in die Gestecke für den Totensonntag gebunden“, sagt Floristin Christa Fenselau, „das hat sich verändert.“ Inzwischen sind Exoten und Farben in den Töpfen und Zweigen willkommen, die dann auf vielen Gräbern für den Winter ihren Platz finden.

Und deswegen haben Floristen und Friedhofsgärtner in diesen Wochen alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass bis zum Totensonntag die meisten Gräber für den Winter fertig bepflanzt werden, den Gedenktag nutzen dann auch viele Menschen für einen Spaziergang zum Friedhof. Und dann suchen sie nach einem Gesteck. „Wir machen auch immer mehr kleine Gestecke und Töpfe“, sagt Christa Fenselau. Denn mit der zunehmenden Zahl von Urnengräbern haben sich auch die Anforderungen an die Größe des Blumenschmucks verändert. „Auch was Farbe und Form betrifft, gibt es heute viele verschiedene Möglichkeit“, sagt die Fachfrau. Und das bedeutet, dass Moos und klassische Gestecke mit Zapfen und Weidenkätzchen ebenso gewünscht sind, wie moderner Blumenschmuck in ungewöhnlichen Formen und Farben. Die orangene Protea hat ihren Weg in die Gestecke für den Totensonntag gefunden, genauso wie die Luffa, die zwar eigentlich grau ist, aber für den Blumenschmuck lila eingefärbt wird. Die Geschmäcker seien unterschiedlich und würden sich auch nicht plötzlich, sondern eher langsam verändern. Sie beobachte schon seit zehn oder zwölf Jahren, dass auf mehr Farbe gesetzt werde, erzählt die Fachfrau.

„Neben den Gestecken bieten wir auch immer mehr bepflanzte Töpfe für den Totensonntag an“, sagt Christa Fenselau. Die Form überrascht zuweilen: So sind die Töpfe zuweilen in Efeu-Tränen versteckt oder haben einen Platz in dünnen Holzverkleidungen gefunden. Manchmal bindet die Floristin während ihrer Arbeit im Binderaum auch Porzellanengel oder kleine gravierte Schriftzüge ein. „Das wäre früher undenkbar gewesen“, sagt sie. Aber heute würden sich viele Kunden auch diese Elemente wünschen.

Ob Gestecke oder Pflanzgefäß: Die Haltbarkeit unterscheidet sich nicht. „Beides kann bis in den Frühling auf den Gräbern bleiben“, sagt Christa Fenselau. Das käme natürlich ein bisschen auf die Witterung an, aber grundsätzlich sei der Blumenschmuck für den Totensonntag nicht nur für den Augenblick gedacht.