Leichtathletik : Ein ganzes Dorf feiert ein Lauf-Event

Die 18. Auflage des Laufs zur Mittsommernacht findet am 16. Juni in Dhünn statt.

Eine Strecke in einem halbwegs attraktiven Umfeld auswählen, absperren, einen Start- und Zielbereich errichten – das reichte viele Jahre, um eine erfolgreiche Laufveranstaltung auf die Beine zu stellen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die Veranstalter müssen sich mittlerweile schon etwas einfallen lassen, um Läuferinnen und Läufer von nah und fern anzulocken. Sonst schrumpfen die Teilnehmerzahlen drastisch zusammen. Was sogar schon zum Ende von Wettbewerben wie dem City-Lauf in Remscheid geführt hat. „Die Leute wollen einfach ein besonderes Event“, sagt Arnd Bader.

Der Ausnahmeläufer muss es wissen. Seit Jahrzehnten hat der Remscheider im In- und Ausland an vielen Laufveranstaltungen teilgenommen. Und seit drei Jahren hat Bader einen besonderen Favoriten: den Mittsommernachtslauf des CVJM Dhünn. Der findet am 16. Juni bereits zum 18. Mal statt und hat das besondere Flair, ein Dorffest mit einem bei den Aktiven sehr beliebten Landschaftslauf zu verbinden. „Die tolle Strecke des Halbmarathons ähnelt einem Trail und ist unglaublich reizvoll“, meint Bader.

„Zum 15. Lauf 2015 wollten wir etwas Besonderes bieten“, erzählt Bernd Wurth vom CVJM, bei dem sämtliche Organisationsstränge zusammenlaufen. Der Halbmarathon war damals ein Versuchsballon – und der schlug ein wie eine Bombe. „Das ist eine Distanz, die bei allen Laufveranstaltungen unglaublich beliebt ist“, berichtet Wurth. Bader verrät diesbezüglich Interna aus der Laufszene: „Es gibt immer weniger Aktive, die auf reine Zeitjagden auf einer fast überall angebotenen Zehn-Kilometer-Strecke gehen. Die meisten wollen heute genießen.“

Aber auch in Dhünn werden ganz unterschiedliche Strecken angeboten. Wie die über drei Kilometer zum Beispiel. Außerdem gibt es wie in jedem Jahr die Strecken über sechs, die auch von Nordic-Walkern absolviert werden kann, und zehn Kilometer. Der Hauptlauf ist jedoch der Halbmarathon. „Der ist sehr anspruchsvoll. Insgesamt müssen 100 Höhenmeter gemeistert werden“, sagt Wurth.

Worauf die Veranstalter bewusst verzichten, sind Strecken, die ausschließlich für Kinder angeboten werden und bei manchen Veranstaltungen dafür sorgen, dass die Teilnehmerzahlen halbwegs stabil bleiben. „Das haben wir noch nie gemacht. Der Nachwuchs kann sich an der Strecke über drei Kilometer versuchen“, betont Wurth, der, falls das Wetter Mitte Juni halbwegs mitspielt, mit mehr als 450 Teilnehmern rechnet.

Diese gehen zu einer für eine Laufveranstaltung relativ späten Uhrzeit auf die Strecken. Der erste Startschuss für die kürzeste Distanz fällt um 17 Uhr. Alle anderen Läufe beginnen um 18 Uhr.

Entsprechend stimmungsvoll sind in jedem Jahr die Zieleinläufe auf dem Marktplatz in Dhünn, wo das Dorffest mit Livemusik und natürlich Getränke- und Imbiss-Ständen steigt. Und zwar so lange, dass auch die Aktiven, nachdem sie in der nahen Turnhalle geduscht haben, noch kräftig mitfeiern können. „Da haben wir keine Zeitbegrenzung“, betont Wurth, der auch noch einmal darauf hinweist, dass das Dorf ab den Nachmittagsstunden für den Autoverkehr gesperrt ist. Genügend Parkplätze gibt es in rund 500 Meter Entfernung.

Auch ansonsten überlassen die Veranstalter des Laufs nichts dem Zufall. Sehr viele Helferinnen und Helfer stehen als Streckenposten zur Verfügung. Auch auf dem Marktplatz werden viele fleißige Hände im Einsatz sein.

Sehr moderat sind derweil die Startgebühren. Die betragen bei der Voranmeldung zehn Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren zahlen vier Euro. „Bei vergleichbaren Veranstaltungen ist man sonst im Schnitt rund 25 Euro los“, sagt Bader. Derweil erklärt Wurth: „Für uns geht es nicht darum, einen möglichst großen Gewinn zu machen. Wir wollen mit einer schwarzen Null herausgehen.“

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