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Dhünn: Erdbeben-Szenario als Übung für THW Wermelskirchen

Erdbeben-Szenario als Übung für THW Wermelskirchen : Im Ex-Freibad in Dhünn „bebte“ die Erde

Einsatzkräfte des THW Wermelskirchen übten auf dem Areal der „Sport- und Freizeitstätte Dhünn“ GmbH für den Katastrophenfall. Grundlage der Simulation waren die Folgen eines kleinen Erdbebens der mittleren Stärke 5.

Auf dem Areal des ehemaligen Freibades in Dhünn ist einiges möglich. Davon ist der neue Besitzer Sven Hackländer, der den Kauf des Geländes inzwischen auch notariell beurkundet hat, überzeugt. Eigens für die Umsetzung gründete Hackländer die „Sport- und Freizeitstätte Dhünn“ GmbH (wir berichteten). Unlängst rückten Einsatzkräften des Wermelskirchener Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks (THW) dort an und sorgten für Aufsehen in der Nachbarschaft. Grund zur Sorge bestand jedoch nicht, als die Wagen anrollten. Es ging um eine Übung. „Grundlage der Simulation waren die Folgen eines kleinen Erdbebens der mittleren Stärke 5, wodurch Teile des Freibades zerstört wurden. Weiterhin wurde eine unbekannte Anzahl Handwerker, welche mit der Renovierung des Freibades beschäftigt waren, vermisst“, erklärt Dominik Sieper vom THW die fiktive Ausgangslage.

Zwei Gruppen mit je neun THW-Einsatzkräften rückten auf dem Gelände des alten Dhünner Freibads an. An Bord waren die Fachgruppe „Bergung“ mit dem GKW1 (Gerätekraftwagen 1) und die Fachgruppe „Notversorgung und Notinstandsetzung“ mit dem MLW 4 (Mannschaftslastwagen 4) samt 50kVA NEA-Anhänger inklusive Lichtmast (Netzersatzanlage). Die ersten Aufgabe bei dem Ausbildungseinsatz galt der Fachgruppe „Bergung“, die einen Zugang zum Gelände schaffen musste, damit dieses erkundet werden konnte. „Dazu wurde ein Zaunelement zu Übungszwecken mit verschiedenen Werkzeugen, durchtrennt“, beschreibt Sieper. Parallel dazu nahm die Fachgruppe „Notversorgung und Notinstandsetzung“ die Netzersatzanlage in Betrieb, um eine Stromversorgung zu gewährleisten. Bei der Geländeerkundung wurden schnell zwei Personen auf einem kleinen Holzpodest liegend in eineinhalb Meter Höhe gefunden. Mittels Schleifkorb und zwei zusammengesteckten Leiterteilen bargen die THW-Kräfte die Verletzten aus der misslichen Lage. Kurze Zeit später hörte ein weiterer Trupp Hilferufe durch ein kleines Fenster aus dem Raum unter dem ehemaligen Schwimmbecken.

Um dorthin zu langen, wurde eine Zugangsöffnung mittels Motortrennjäger in die schwere Metalltür geschnitten. Aus dem Raum, in dem das Wasser gut 70 Zentimeter hoch stand, musste nach einem Rohrbruch erstmal Wasser per Tauchpumpe abgepumpt werden. Erst danach konnte die eingeschlossene Person, die sich auf einen kleinen Vorsprung rettete, versorgt und aus dem Raum geführt werden.

Dominik Sieper beschreibt weitere Aufgaben der Übung: „Ein Trupp begab sich unter Atemschutz in einen etwa 50 Meter langen Schacht unter dem ehemaligen Freibadgebäude, um eine vermisste und ohnmächtige Person zu suchen. Diese wurde anschließend mittels Bergeschleppe gerettet.“ Dazu sei der Schacht mit einer Nebelmaschine komplett vernebelt worden, um die Sicht der Einsatzkräfte zu erschweren.

„Unser Dank gilt Sven Hackländer und Sascha Dohn vom Freibad Dhünn“, betont Dominik Sieper: „Sie haben unserer Hilfsorganisation die Möglichkeit gegeben, auf dem Gelände realitätsnahe Übungsszenarien zu entwickeln.“