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Wermelskirchen: Der Mensch und der Musiker werden fehlen

Wermelskirchen : Der Mensch und der Musiker werden fehlen

Nach 16 Jahren verlässt Kantor Johannes Meyer Wermelskirchen. Er wird Kreiskantor in Weimar.

Gestern wurde er in und nach dem Gottesdienst in der Stadtkirche gebührend verabschiedet. "Der Gottesdienst war richtig schön. Als ich entpflichtet und gesegnet wurde und am Ende noch ein letztes Mal an der Orgel saß, hatte ich schon mit den Tränen zu kämpfen", verriet Meyer im Gespräch mit der BM. Nach dem Gottesdienst machten sich viele Menschen ins Gemeindehaus auf, um persönlich Abschied zu nehmen von dem scheidenden Kantor.

Johannes Meyer hat viel erlebt in der Stadt und wird Wermelskirchen, wie er selber sagt, sehr vermissen. "Ich hatte immer große Freude an meiner Arbeit. Mein Traum, einmal im Leben die Bach'sche Matthäus-Passion aufzuführen, ist hier in Erfüllung gegangen. Daran werde ich noch mein ganzes Leben denken", sagte Meyer.

In der Stadtkirche entsteht mit seinem Weggang eine große Lücke, die nicht leicht zu füllen sein wird. "Neben seiner musikalischen Kompetenz wird auch sein menschliches Engagement fehlen. Insgesamt war seine Zeit in Wermelskirchen einfach ein kontinuierliches und tolles Wirken", sagte Pfarrer Ulrich Seng.

Das wird Meyer nun an anderer Stelle fortsetzen. Der Sitz seiner neuen Kreiskantorei von Weimar befindet sich in Bad Berka. Er freut sich darauf: "Mich reizen in meinen letzten Berufsjahren die neuen kreis- und gemeindekirchlichen Aufgaben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Projektchor und dem weit über den Ort hinaus bekannten Bläserchor. Ich plane schon jetzt eine Bachkantate zum Mitsingen und ein Requiem von Mozart", verriet Meyer im BM-Gespräch seine Zukunftspläne.

In Wermelskirchen hat der Kantor viel Eindruck hinterlassen. Carolin Briele war zu seiner Verabschiedung extra aus Südholland gekommen. Sie sagte: "Ich habe im Kinderchor, Jugendchor und danach in der Kantorei mit ihm zusammengearbeitet, und ich bewundere es, wie er es geschafft hat, die Massen für unsere Musik zu begeistern. Ihm war es ganz wichtig, der Kirchenmusik ein ihr entsprechendes Gewicht in der Gemeinde zu erkämpfen."

An erster Stelle stand für Meyer natürlich der sonntägliche Gottesdienst in der Stadtkirche. "Im Anschluss daran folgte manchmal ein wild brausendes Orgel-Nachspiel. Es verharrten immer alle ganz still und applaudierten dann beeindruckt. Wir werden ihn schmerzlich vermissen", sagte Hans Vielhauer, Pressereferent der Kantorei.

Die Bewerbungsfrist für die frei gewordene Stelle des Kirchenmusikers läuft am 3. Januar ab. Am 24. Januar werden die Kandidaten öffentlich vorgestellt und proben dann sowohl mit der Kantorei als auch mit den Chören.

(kron)