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Der „Kultursommer“ kann stattfinden

Kulturstiftung de Bundes bewilligt beantragte Mittel für Wermelskirchen : Der „Kultursommer“ kann stattfinden

Für das Projekt von Anfang August bis Ende Oktober sind die Fördermittel bewilligt. Über den antragstellenden Kreis fließen 132.000 Euro nach Wermelskirchen und ermöglichen einen konzertierten Neustart der Kultur in der Stadt.

Der sprichwörtliche große Wurf ist geglückt – Wermelskirchen darf sich auf den von Bürgermeisterin Marion Lück und André Frowein, Vorsitzender des Marketingvereins „Wir in Wermelskirchen“ (WiW), federführend initiierten „Kultursommer“ auf dem Rhombus-Areal freuen. Denn: Die Kulturstiftung des Bundes hat die über den Rheinisch-Bergischen Kreis beantragten Gelder für das Projekt „Kultur-Fabrik“ im Zuge des bundesweiten „Kultursommers“ bewilligt. Damit fließen 132.000 Euro nach Wermelskirchen, die Stadt steuert den notwendigen Eigen-Anteil von 25.000 Euro bei.

Für die Dauer von drei Monaten von Anfang August bis Ende Oktober soll laut Projektskizze auf dem Rhombus-Areal eine 80 Quadratmeter große Bühne nebst Technik installiert werden. Ebenfalls durch die Fördergelder gedeckt ist die professionelle Betreuung der Anlage durch Techniker.

„Wermelskirchener Kulturschaffende sollen hier Auftrittsmöglichkeiten bekommen. Es gibt ja beispielsweise Tanzgruppen, die seit eineinhalb Jahren keine Auftritte mehr hatten“, erläuterte Frowein. Denkbar wäre auch, dass Veranstaltungen zum Beispiel vom Haus Eifgen oder von der Kattwinkelschen Fabrik in dieser Zeit auf das Rhombus-Areal verlegt würden – schlicht, weil dort mehr Publikum unter freiem Himmel den Corona-Regeln entsprechend Platz findet. Das Hygienekonzept sieht für das Open-Air-Gelände, bei dem sich Zu- und Abgang aufgrund der baulichen Gegebenheiten vergleichsweise einfach kontrollieren lässt, eine Besucherzahl von den derzeit von den Corona-Regeln möglichen 500 Personen vor.

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Die Option eines Umzugs einer Veranstaltung vom eigentlich geplanten Veranstaltungsort auf das Rhombus-Areal zur Wermelskirchener „Kultur-Fabrik“ bestätigte Michael Dierks, Vorsitzender der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk). Für den Auftritt der Deep Purple-Tribute-Band „Strange kind of women“ am Sonntag, 1. August, habe die Initiative bereits 180 Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt: „Da besteht bekanntlich mehr Nachfrage – dafür lassen sich auch 350 Tickets oder vielleicht sogar mehr verkaufen.“ Damit ist klar, dass das „Strange kind of women“-Konzert der italienischen Musikerinnen die rockige Auftakt-Veranstaltung der „Kultur-Fabrik“ werden dürfte, auch wenn die genaue Programmplanung für die drei Monate noch ausgearbeitet werden muss. Schließlich stand das Quintett bereits auf dem Programm-Zettel für das WiW-Festival „Rock am Markt“, das wegen der Pandemie abgesagt werden musste.

„Es haben sich schon viele Kulturschaffende gemeldet. Wir wollen allen eine Plattform bieten – von bildender Kunst über Poetry Slam und Comedy, Tanz und Theater bis hin zur Musik. Jetzt gilt es, das Programm zu terminieren“, blickte André Frowein aus. Zwei fixe Termine hat beispielsweise schon der Kulturverein für zwei Theater-Abende auf die Agenda gesetzt. „Hätte das Projekt auf dem Rhombus-Areal nicht geklappt, wären wir wie gewohnt mit diesen beiden Vorstellungen in das ‚Film-Eck‘ gegangen“, hatte der Kulturvereins-Vorsitzende Peter Scheben eine Alternative parat.

Während des Kultursommers wird auf dem „Kultur-Fabrik“-Gelände bei Veranstaltungen ein gastronomisches Angebot geschaffen, das von örtlichen und regionalen Anbietern beschickt werden soll, sagte Frowein. Die kulturschaffenden Akteure würden von den Eintrittsgeldern profitieren: „Die Fixkosten sind ja durch die Fördermittel gedeckt.“ Und weiter: „Das Projekt soll den Neustart der Kultur fördern, Das heißt, dass alle Beteiligten durch reelle Gagen, Honorare und die Töpfe der Eintrittsgelder partizipieren.“

Michael Dierks lobte das Projekt: „Das Ganze ist sorgfältig miteinander und aufeinander abgestimmt und zeigt einmal mehr, das gemeinsames Handeln der richtige Weg aus dieser Krise ist und auch für die Zukunft neue Perspektiven öffnet.“