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Wermelskirchen: "Demo" für ein faires Miteinander

Wermelskirchen : "Demo" für ein faires Miteinander

Zur Einweihung des Radwegs zwischen Hückeswagen und Bergisch Born hatte der ADFC Wermelskirchen zu einer Sternfahrt nach Hückeswagen eingeladen. Dabei sollte die Telegrafenstraße in beide Richtungen befahren werden.

Bereits im Vorfeld der Sternfahrt gab es heftige Diskussionen. "Eine Schnapsidee. Man sollte sich weigern, überhaupt noch Steuern zu bezahlen", hatte sich beispielsweise eine ältere Dame ereifert. Gemeint war damit der Vorschlag der WNKUWG, die Verkehrsrichtung der Telegrafenstraße zu ändern.

Die unklare Situation in Wermelskirchen bleibt weiterhin das vorherrschende Thema. "Wenn Wermelskirchen hier die falschen Entscheidungen trifft, ist der Ruf der Stadt gefährdet", meinte Dr. Achim Bartoschek vom ADFC Leverkusen und Mitglied des Fördervereins Balkantrasse Leverkusen. Er gilt als Initiator vieler Radwege, die auf ehemaligen Bahntrassen entstanden sind. "Durch meine Arbeit im ADFC kenne ich viele Gemeinden, in denen alle Einbahn- straßen für Radfahrer in beide Richtungen frei sind. Warum sollte das in Wermelskirchen nicht funktionieren?", sagte er.

Straße dicht — nichts ging mehr

"Schaut Euch diesen Mist an", rief jemand dazwischen und zeigte auf die Telegrafenstraße. Dort war die linke Seite mit Kundenautos und einem Lieferwagen zugestellt. Als dann auch noch rechts der Bus hielt, ging kurzfristig gar nichts mehr. Mittendrin waren Fußgänger und Fahrradfahrer.

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Gerti und Kurt Müller waren aus Diepental mit dem Fahrrad gekommen. "Wir sind viel mit dem Rad unterwegs", erzählten sie. "Auch verschiedene Trassen sind wir schon gefahren." Die Situation in Wermelskirchen gefalle ihnen überhaupt nicht.

Die Sternfahrt begann am Brückenweg. Dann fuhr die ganze Truppe entgegen der Einbahnstraße durch die Telegrafenstraße, um ein Zeichen zu setzen. Etwas später musste sich Henning Rehse, der Vorsitzende der WNKUWG, einige kritische Fragen anhören. "Auf jeden Fall haben wir aktiv zur Diskussion beigetragen", zeigte sich Rehse anschließend sicher.

Klaus Fischbach machte folgenden Vorschlag: "Wie wäre es, wenn man den Lieferverkehr morgens und abends zeitlich begrenzt? Das ist in jeder Fußgängerzone üblich. Warum sollte es nicht auch in der Telegrafenstraße funktionieren?" Und Stefan Picard vom ADFC-Leverkusen regte an: "Die Verwaltung muss eine klare Entscheidung treffen und diese auch umsetzen und kontrollieren. Sonst wird das hier nichts."

Gespannt blickten alle auf den heutigen Abend, wenn der Stadtrat dieses kontroverse Thema behandeln wird. "Ich hoffe, die entscheiden richtig und man beugt sich nicht den Unbelehrbaren, die mit ihrem unsozialen Verhalten heute das Straßenbild prägen", sagte Uwe Buhl, der aus Biberach zu Besuch war. So ein Verhalten, wie er es am Samstagmorgen in der Stadt beobachtet habe, sei ihm völlig fremd.

(wsb)