Wermelskirchen: Deckungslücke bei Dachsanierung

Wermelskirchen : Deckungslücke bei Dachsanierung

KGS St. Michael: Wann OGS wieder in den Altbau ziehen kann, ist unklar.

Die Dachsanierung des Altbaus der katholischen Grundschule St. Michael entpuppt sich als Euro-Grab. Eigentlich sollte nur das altersschwache Dach für rund 270.000 Euro erneuert werden; dann stellte sich aber heraus, dass die Statik für eine Neueindeckung nicht ausreichte. Jetzt rechnet die Stadtverwaltung mit Gesamtkosten von 812.000 Euro.

Der Statiker kam zu dem Ergebnis, dass die Balken verstärkt werden, Füllungen aus den Deckenbalken entfernt und Mauern aus Gewichtsgründen abgebrochen werden müssen. Dann gab es im Juli einen Wassereinbruch. Das Dach wurde abgedichtet, die offene Ganztagsschule musste die komplette erste Etage räumen und ist in den Awo-Kindergarten an der Jörgensgasse umgezogen.

Der geplante Dachgeschossausbau - dort sollte eigentlich die OGS untergebracht werden - wurde zurückgenommen. Denn sonst müsste die Stadt einen zweiten Rettungsweg bis ins Dachgeschoss bauen, wenn dort Kinder untergebracht würden. Jetzt plant das Hochbauamt dort Büroräume für die OGS-Leitung.

Die Gesamtkosten beziffert die Stadtverwaltung inzwischen auf 812.000 Euro - die Deckungslücke von 542.000 Euro soll über das Kommunalinvestitionsfördergesetz finanziert werden. Von dort erwartet man eine zweite Tranche in Höhe von rund 854.000 Euro.

Die Stadtverwaltung geht nicht mehr davon aus, dass vor dem Winter das Dach noch saniert wird. Die OGS ist bereits umgezogen. Leiterin Sabine Nickel: "Wir sind mit 102 Kindern in der ehemaligen Awo-Kita untergekommen." Der Umzug sei anstrengend gewesen, jetzt seien aber alle sehr glücklich." Sie sei froh, dass man so schnell habe umziehen können. "Das Außengelände ist einfach klasse. Die Kinder sind begeistert. Sie lieben es."

Etwas gewöhnungsbedürftig sei anfangs die ständige Begleitung der Kinder von der Grundschule zur ehemaligen Awo-Immobilie. Die Kinder hätten abgeholt und wieder aufs Schulgelände gebracht werden müssen. "Wir haben uns umorganisieren müssen. Jetzt funktioniert es durch einen Bring- und Holdienst", berichtet Nickel. Wann es wieder zurück in den Altbau an der Schillerstraße gehen wird, weiß sie nicht.

Auch die Grundschule hat sich inzwischen mit den Bauarbeiten am Altbau arrangiert. Die kommissarische Konrektorin Edith Sültemeyer: "Wir warten jetzt darauf, dass unser Förderraum freigeräumt wird. Aber das hat uns die Stadtverwaltung zeitnah zugesagt." Dort stehen noch Möbel des Offenen Ganztags. Nicht nutzbar sei derzeit der Gymnastikraum der OGS. Der liegt im ersten Obergeschoss. "Ansonsten aber läuft der Unterricht normal", sagt Sültemeyer.

(RP)
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