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Wermelskirchen: Das Warten auf den Bauantrag

Wermelskirchen : Das Warten auf den Bauantrag

Das Einkaufszentrum Telegrafenstraße soll 2013 eröffnet werden – die Mietverhandlungen laufen noch. Das OLG Münster soll über Umwandlung von Misch- in Kerngebiet entscheiden. Der Beigeordnete sieht keine Erfolgschance.

Das Einkaufszentrum Telegrafenstraße soll 2013 eröffnet werden — die Mietverhandlungen laufen noch. Das OLG Münster soll über Umwandlung von Misch- in Kerngebiet entscheiden. Der Beigeordnete sieht keine Erfolgschance.

 Im April 2010 diskutierte der Bochumer Investor Gerhard Uhle (Mitte) mit Anliegern und interessierten Bürgern über seine Pläne rund um das Einkaufszentrum Telegrafenstraße.
Im April 2010 diskutierte der Bochumer Investor Gerhard Uhle (Mitte) mit Anliegern und interessierten Bürgern über seine Pläne rund um das Einkaufszentrum Telegrafenstraße. Foto: Archiv/Teifel

Der Bochumer Investor Gerhard Uhle (Euro-Gruppe) hält an seinem Vorhaben fest, 2013 das Einkaufszentrum Telegrafenstraße zu eröffnen. Längst ist er aber vom Termin Ostern 2013 abgerückt.

Das scheint er nicht mehr zu schaffen. Denn: Einen Bauantrag hat er noch nicht gestellt. Uhle gab sich gestern im BM-Gespräch dennoch optimistisch: "Wir haben bisher sehr gute Verhandlungsgespräche mit acht potenziellen Mietern gehabt. Wir führen inzwischen die Gespräche auf Geschäftsführer-Ebene." Er gab sich zuversichtlich, dass er die Gespräche bald zum Abschluss führen kann.

Eigentlich wollte der Investor schon im Herbst den Bauantrag einreichen. Doch laut Uhle gingen die Gespräche in den jeweiligen Unternehmen jeweils durch die Instanzen. "Das hat heute nichts mehr mit der Größe einer Stadt zu tun. Egal ob 37 000 oder 370 000 Einwohner — die Entscheider in den Unternehmen wägen heute sehr lange ab."

Laut Uhle steht fest, dass in der Ebene A fünf große Fachmärkte sowie drei kleinere Läden mit bis zu 300 Quadratmetern einziehen werden. Auf der Ebene B wird ein Lebensmittelmarkt Mieter. Einen Namen nennt Uhle bereits: Der DM-Fachmarkt bleibt im Haus, vergrößert seine Verkaufsfläche sogar.

Da er nach Paragraf 33 des Baugesetzbuches baut, also es in der Beteiligungsphase zu keinen Einwänden gekommen ist, die zu einer Planänderung geführt haben, wird der Investor den Bauantrag so detailliert wie möglich formulieren — also jeder Raum wird exakt beschrieben. Das koste auch Zeit, sei aber zielführend.

OLG soll entscheiden

Überrascht zeigte sich Uhle, dass Anlieger nun doch versuchten, gegen das Vorhaben zu klagen. Nach Informationen der Bergischen Morgen bemüht sich der Anwalt der Eigentümergemeinschaft Brückenweg 32/34, beim Oberlandesgericht (OLG) Münster die Umwandlung des Plangebietes von Misch- in Kerngebiet zu verhindern.

Die Mehrheit im Stadtrat hatte dies so befürwortet. Nach Darstellung des Anwaltes haben Mischgebiete überwiegend Wohncharakter. So ist die gegenwärtige Nutzung. Kerngebiete weisen Einkaufszentren und großflächige Einzelhandelsbetriebe aus. Sollte die Umwandlung nicht möglich sein, müsste der Investor seine Pläne überarbeiten und vor allem die Abstände zu den Häusern am Brückenweg vergrößern.

Der Technische Baudezernent Dr. André Benedict Prusa sieht keine Chance auf Erfolg für eine Klage — weder formell noch inhaltlich. So gebe es überhaupt noch keinen Satzungsbeschluss, wogegen man klagen könnte. Der werde frühestens im Sommer kommen. Außerdem "hat kein Mensch Anspruch auf eine Nicht-Veränderung" — im Klartext: Das ehemalige Ringkaufhaus habe immer schon im Kerngebiet gelegen. "Hier ist jedenfalls, wie die Gegenseite beklagt, kein Einmauerungskomplex geplant."

Der Bauantrag könne jederzeit gestellt werden, so Dr. Prusa. Da es im Abwägungsverfahren keine Veränderung gegeben habe, benötige er den Satzungsbeschluss auch nicht für den Baubeginn. Auch die Einspruchsfrist sei nach §33 auf einen Monat verkürzt — bei der Auslage des Bebauungsplans hätten Kläger ein Jahr Zeit. "Wir warten jetzt darauf, dass Herr Uhle uns den Bauantrag einreicht."

(RP/rl)