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Das Wachstum wird weiter gedämpft​

Konjunktur im Kreisgebiet : Das Wachstum wird weiter gedämpft

Konjunkturumfrage der IHK Köln: Auch die bergischen Unternehmen leiden unter höheren Preisen. Die Lage in Hotels und Gastronomie hat sich dagegen deutlich verbessert.

Die steigenden Energie- und Rohstoffpreise und die Unsicherheit der weltpolitischen Lage machen den Unternehmen in der Region Sorgen und dämpfen weiter das Wachstum. Dies zeigt die Frühjahrsumfrage zur Konjunktur der IHK Köln, die in die Anfangszeit des Ukraine-Kriegs fiel. Gegenüber der Vorumfrage ist der Konjunkturklimaindex für den gesamten IHK-Bezirk dabei von 112,7 auf 97,7 Punkte gefallen. „Der Einbruch ist angesichts der vielen Schwierigkeiten für Betriebe nicht erstaunlich. Der Krieg inmitten von Europa hat nicht nur zu einem drastischen Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen geführt, sondern auch zu einer massiven Verunsicherung von Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln.

„Besonders die Industrie leidet unter den hohen Preisen für Energie und Rohstoffe sowie den anhaltenden Problemen mit Lieferketten. Allerdings kann sich die schlechte Stimmung bei einer Beruhigung der weltpolitischen Lage auch schnell wieder ändern, denn die Beurteilung der augenblicklichen Lage ist bei den Unternehmen noch überwiegend gut oder befriedigend“, so Babatz.

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Im Vergleich zur Umfrage zum Jahresbeginn beurteilen die Betriebe ihre Geschäftslage weniger positiv. Der Lageindikator sinkt von 24 auf 14 Punkte. Jedes dritte Unternehmen meldet nach wie vor gute Geschäfte, jedes fünfte klagt über eine schlechte Geschäftslage. Der überwiegende Teil (47 Prozent) gibt an, dass die Lage befriedigend sei. In den einzelnen Branchen gibt es dabei erhebliche Unterschiede: Verbrauchernahe Dienstleistungen, Gesundheitswirtschaft und Industriezweige wie der Fahrzeugbau beurteilen ihre Situation als ungünstig, bei den Hotels und Gaststätten hat sich die Lage deutlich verbessert.

Die Aussichten auf die kommenden zwölf Monate sehen die Unternehmen im IHK-Bezirk unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs skeptisch. 34 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Lage, 17 Prozent hofft auf eine Verbesserung. Besonders pessimistisch ist die Industrie: 45 Prozent befürchten eine ungünstige Entwicklung, im Fahrzeugbau gehen sogar 91 Prozent von einer schlechteren Lage aus.

Nur geringfügig verschlechtert hat sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Jeder dritte Betrieb plant weiterhin höhere Investitionen, nur jedes vierte Unternehmen möchte die Investitionsausgaben reduzieren. Neben Ersatzbedarf sind vor allem Umweltschutz und Rationalisierung Motive für Investitionen. Trotz der gedämpften Erwartungen hat sich die Einstellungsbereitschaft der Betriebe kaum verringert. Jedoch ist vor allem in der Industrie mit einem Stellenabbau zu rechnen, das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie die unternehmensbezogenen Dienstleister planen mit mehr Beschäftigten.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis beurteilen lediglich 14 Prozent ihre derzeitige Geschäftslage als gut (Vorumfrage 26 Prozent), 29 Prozent beschreiben ihre Lage als schlecht (Vorumfrage 13 Prozent). Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich verschlechtert. Zehn Prozent rechnen mit einer positiveren Entwicklung (Vorumfrage 17 Prozent), 56 Prozent gehen von einer ungünstigeren Entwicklung aus (Vorumfrage 20 Prozent).

Die Investitionsbereitschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis hat sich verringert, allerdings halten sich die Zahl der Betriebe, die mehr investieren wollen, und die Zahl der Betriebe, die weniger ausgeben möchten, die Waage. Als Risiken sehen die Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise, die Inlandsnachfrage und die Arbeitskosten.

(tei.-)