Wermelskirchen "Das Spiel ist einfach klasse – toll!"

Das Pohlhausener Vereinshaus "Am Silberberg" war am Samstagabend fest in der Hand von Borussia Dortmund-Fans, auch wenn nur 15 zum Champions-League-Finale gekommen waren.

Kein Bayern-Fan hatte sich zum Leinwandgucken eingefunden — teils laut, teils in stiller Spannung fieberten die BVB-Fans mit. Wirtin Anja Schellenberger hält für gewöhnlich zum FC Schalke 04, feuerte am Finalabend aber die schwarz-gelbe Borussia an. "Der Pott soll ins Ruhrgebiet kommen!", sagte sie.

Zu Beginn dominierte der BVB eindeutig das Spiel und machte den Bayern Druck. "Der Reus, der läuft wie ein Tier!", rief eine Dame im Vereinsheim. Ironisches Mitleid gab es für gefoulte Bayern, gar keins für den BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der in der 43. Minute einen Ball notgedrungen mit seinem Gesicht abwehrte. "Der Ball landet besser in seinem Gesicht als im Tor!", sagte die Zuschauerin.

Bei Torchancen der Borussia setzten die überwiegend männlichen Fans Jubelschreie an, die nach den misslungenen Abschlüssen wieder abebbten. Beim ersten Bayern-Treffer (Mandzukic) herrschte zunächst Stille, dann folgten Schreie sowie harte Schläge auf die Theke, anschließend enttäuschte Erklärungsversuche.

Sieben Minuten später wurden die Fans beruhigt, nachdem Gündogan einen Foulelfmeter für die Borussia verwandelte. "Das Spiel ist einfach klasse, toll!", meinte Tura-Geschäftsführer Dirk Hohlmann, auch wenn niemandem klar war, wem vor der drohenden Verlängerung ein weiterer Treffer gelingen könnte. Dieser Triumph wurde Arjen Robben zuteil.

Die Dortmund-Fans gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause. "Sie hätten es genauso gut gewinnen können, die Bayern waren cleverer", resümierte ein Fan. Da das Spiel fair und spannend war, ließ sich die Niederlage aber leichter verkraften.

Hohlmann hatte mit mehr Besuchern gerechnet. "Letztes Jahr beim Pokalendspiel hatten wir auch ein Public Viewing organisiert, und da war die Bude voll", sagte er.

(meli)
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