Wermelskirchen Das Herzstück der Katt

Wermelskirchen · Viele Kinder und Jugendliche nehmen das freiwillige Angebot des Kinder- und Jugendbereichs der Katt wahr. Die Mitarbeiter helfen ihnen, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. Für das Jahr 2017 sind wieder viele Aktionen geplant.

 Premiere am Rosenmontag: Erstmals waren die "Katt-Kids" mit Katt-Mitarbeiter Jan Marquardt (hinten rechts) beim Zoch in Dabringhausen dabei.

Premiere am Rosenmontag: Erstmals waren die "Katt-Kids" mit Katt-Mitarbeiter Jan Marquardt (hinten rechts) beim Zoch in Dabringhausen dabei.

Foto: Sebastian Radermacher

Die "Katt-Kids" versorgten die Jecken am Straßenrand mit reichlich Kamelle, sangen und tanzten. Sie genossen diese Premiere in vollen Zügen. Erstmals war eine Gruppe des Kinder- und Jugendbereichs der Katt als Fußgruppe beim Rosenmontagszug in Dabringhausen dabei. Katt-Mitarbeiter Jan Marquardt strahlte, als er in die Augen der feiernden Katt-Kids blickte. "Alle haben so viel Spaß, das ist der Wahnsinn, einfach sensationell", sagte Marquardt, als die Katt-Gruppe den Dorfkern erreichte.

Es ist nur eines von vielen Angeboten, das die Katt für Kinder und Jugendliche in Wermelskirchen bereithält. Mitarbeiter Kolja Pfeiffer brachte es erst kürzlich im Jugendhilfeausschuss auf den Punkt: "Der offene Kinder- und Jugendbereich ist der Kern unserer Arbeit", sagte er, als er die geplanten Angebote der Katt für den pädagogischen Bereich (Kinder, Jugend und Sport) in diesem Jahr vorstellte.

Neben Aktionen wie der Kinderstadt oder der Kunstbewegung gebe es sehr viele Angebote, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Sehr gut besucht ist zum Beispiel der offene Treff für Kinder. Zahlreiche Kids kommen regelmäßig freiwillig in die Katt, treffen sich dort und erzählen ihre Geschichten. "Wir nehmen jedes Kind so, wie es bei uns ankommt - egal, welche Hintergründe es hat", betonte Pfeiffer. Das grundlegende Ziel sei, den Kindern zu helfen, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. Denn Pfeiffer weiß: "Jedes Kind trägt seinen eigenen Rucksack mit sich herum."

Kollege Jan Marquardt ergänzte, dass die Kinder und Jugendlichen in der Katt die Möglichkeit erhalten, sich ausdrücken zu können. "Wir versuchen, ihre Gefühlswelt wahrzunehmen und zu verstehen." Eine große Herausforderung in diesem Zusammenhang sei die Altersstruktur der Jungen und Mädchen, die das Angebot des offenen Treffs in Anspruch nehmen.

So treffen sich zum Beispiel Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren regelmäßig dreimal wöchentlich (dienstags, mittwochs und donnerstags, 14 bis 17.30 Uhr) - und je nach Alter haben die Kinder halt andere Bedürfnisse, auf die das Katt-Team eingehen muss. Für die Kinder werden verschiedene Projekte organisiert, es gibt eine Schnitzwerkstatt, eine Karnevalsfeier oder Ausflüge in der Region. Für dieses Jahr ist zum Beispiel auch ein Fußballturnier geplant.

Der offene Treff für Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren findet mittwochs und donnerstags (mit Kochen) von 15 bis 19 Uhr sowie freitags von 16 bis 20 Uhr statt. Geboten werden bewegungs-, musik- sowie ernährungspädagogische Projekte, etwa Kochen, Singen, Musikmachen oder Tonstudio. Geplant sind für 2017 außerdem eine Bildungsfahrt in die Normandie im Herbst, eine Alpenüberquerung im Sommer und offene Sportangebote.

In der Jugendkunstschule für Kinder und Jugendliche von vier bis 18 Jahren werden verschiedene Kurse angeboten. Montags gibt es ein offenes Atelier (15 bis 17.30 Uhr, ab acht Jahren) und ein inklusives Theater (16.30 bis 18.30 Uhr, ab 14 Jahren). Dienstags bietet die Katt "Schablonenkunst" (14.30 bis 16 Uhr, ab zwölf Jahren) und "Hörspiel total" (16 bis 18 Uhr, ab zwölf Jahren) an. Mittwochs gibt es das Treffen "Mal mal" (15.30 bis 18.30 Uhr, vier bis acht Jahre) und eine Filmwerkstatt (16 bis 19 Uhr, zehn bis 15 Jahre, alle zwei Wochen), donnerstags einen Hip-Hop-Tanzkursus (18 bis 20 Uhr, ab zwölf Jahre).

Auch die Freizeitpädagogik ist ein wichtiges Standbein in der Katt. "Die Angebote sind mehr als nur Urlaub", betonte Pfeiffer. Bei einer Kletterfreizeit gehe es zum Beispiel auch darum, Ziele zu erreichen -oder auch mit Scheitern umgehen zu können. "Wir waren mit Jugendlichen in Holland, einige haben dort zum ersten Mal das Meer gesehen - das waren richtige Glücksgefühle", erzählte Marquardt. Es sei wichtig, den jungen Leuten, vor allem in den Sommerferien, Angebote zu machen. "Sonst können die sechs Wochen für sie zum Alptraum werden."

(ser)
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