Gemeindeleben in Wermelskirchen Das Festival steckt voller Ermutigung

Wermelskirchen · Seit Donnerstagnachmittag feiern Jugendliche in Kuhler Heide die Rückkehr von „Youthnited“. Mit dabei: Rund 70 junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

 Festivalstimmung bei „Youthnited“: Lukas Karpinski, Johanna Veit und Celine Figura engagieren sich ehrenamtlich und feiern mit. 
  Foto: Theresa Demski

Festivalstimmung bei „Youthnited“: Lukas Karpinski, Johanna Veit und Celine Figura engagieren sich ehrenamtlich und feiern mit. Foto: Theresa Demski

Foto: Theresa Demski

Johanna Veit drückt den Knopf an ihrem Funkgerät. „Was gibt’s?“ fragt die 25-Jährige und dann hört sie zu. Am Zelt im Backstagebereich fehlt eine Plane. „Ich kümmere mich darum“, sagt sie und dann eilt die junge Frau los, findet jemanden, der sie unterstützt und ein paar Minuten später ist eine neue Zeltwand eingezogen worden. „Wir arbeiten hier Hand in Hand“, sagt sie, „im Grunde wie eine große Familie. Das ist wirklich schön.“ Vier Tage lang ist die Studentin beim Jugendfestival „Youthnited“ in Kuhler Heide ehrenamtlich im Einsatz – so wie rund 70 andere Jugendliche und junge Erwachsene. „Am Ende waren alle Listen voll und alle Posten besetzt“, sagt Organisator André Frowein von der Evangelischen Allianz und freut sich über den Einsatz der Freiwilligen.

Ob bei den Getränken oder am Stand mit den Merchandising-Produkten, ob an der Technik oder am Kletterturm: Das Festival lebt vom ehrenamtlichen Einsatz. „Ein Festival von jungen Menschen für junge Menschen“, fasst Celine Figura zusammen, die am Merchandising-Stand Bandprodukte verkauft. Genau wie Johanna Veit ist sie in diesem Jahr zum ersten Mal dabei – bisher kamen sie als Besucherinnen. Beide engagieren sich auch im Juca am Markt. „Man kann den Leuten einfach viel mitgeben, wie eine große Schwester sein und sie beim Erwachsenwerden begleiten“, sagt Celine Figura. Sie selbst habe die Unterstützung im Juca als Jugendliche sehr geschätzt und jetzt engagiere sie sich eben selbst – das Jugendfestival gehöre zu den schönsten Terminen im ganzen Jahr. Wenn nicht gerade die Pandemie der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung macht.

Seit Donnerstagnachmittag wird in Kuhler Heide wieder gefeiert – mal laut und mal leise. „Schon der erste Tag läuft wirklich gut“, sagt André Frowein. Rund 50 Jugendliche stehen vor der Bühne, als Lucas Lou die Livemusik am späten Nachmittag eröffnet. Der Singer-Songwriter hat seine Melodien mitgebracht und viele Jugendliche lauschen. Die einen haben sich während der Schultour in der vergangenen Woche einladen lassen und sind zum ersten Mal hier. Andere haben dem Neustart des Festivals bereits entgegengefiebert. Die einen kommen mit ihren Eltern, die anderen im Freundeskreis. Jeder ist willkommen.

Und das macht auch Musiker Lorenzo Di Martino klar: Er bleibt nicht auf der Bühne, sondern begibt sich mit seinem ersten Stück auf Augenhöhe ins Publik – und bleibt dort. „Ich hab noch nie erlebt, dass ein Musiker seine Zuhörer vom ersten Ton an so abholt“, sagt Frowein, der am Rand steht und leise mitfeiert. Und jetzt zeigt sich auch: Es geht um mehr als nur um Musik. „Viele Menschen verletzen andere“, sagt der Sänger, „und viele von ihnen sind selbst verletzt.“ Da nickt der eine leise, der andere blickt nachdenklich in die Runde. Die Ermutigung folgt auf den Fuß.

Die Jugendlichen feiern – dass sie wieder Gelegenheit dazu haben und dass sie ernst genommen werden. „Hier ist alles so professionell“, sagt Lukas Karpinski. Der 18-Jährige engagiert sich ehrenamtlich im Technik-Team und ist schon zum dritten Mal als Freiwilliger dabei. Das sei einfach einladend für die Jugendlichen, wenn sich so viel Mühe gegeben werde – mit Licht und Ton, mit Catering und Programm. „Nicht mal eben so, sondern richtig“, sagt er. Und das sei auch motivierend für die Ehrenamtlichen. „Wir werden ein Teil davon“, sagt Lukas Karpinski, „und das macht echt Spaß.“ Jeder könne sich da einbringen, wo es für ihn passt. Und das sei für ihn eben die Technik: „Da fühl ich mich wohl und da gibt mir das Festival auch die Möglichkeit, noch mehr zu lernen.“

Ohnehin, das betonen Johanna Veit, Celina Figura und Lukas Karpinski unisono: „Das Festival gibt jedem von uns die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln“. Währenddessen spielt die Musik, die Getränke fließen, ausschließlich ohne Alkohol und vor den Jugendlichen liegt ein Wochenende voller Melodien, Tanz und Gemeinschaft.