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Wermelskirchen: Das eigene Kraftwerk im Keller

Wermelskirchen : Das eigene Kraftwerk im Keller

"KWK" ist das Kürzel für eine innovative Technologie zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung im eigenen Haus: Anlagen zur "Kraft-Wärme-Kopplung" reduzieren CO2-Emissionen und erzeugen den Strom vor Ort.

Solange der Strom fließt, ist alles in Ordnung. Fällt er jedoch aus, wird dem hochzivilisierten Mitteleuropäer erst einmal bewusst, wie sehr unsere Gesellschaft auf eine kontinuierliche Bereitstellung dieser Energieform angewiesen ist: Ob Heizung, Kühlschrank, Telefon oder elektrische Fensterheber – nichts geht mehr. Manch einer wünscht sich bei solchen glücklicherweise selten vorkommenden Ausfallereignissen ein eigenes Kraftwerk im Haus.

Dieser Traum kann möglicherweise bald in Erfüllung gehen, denn einige der so genannten Mikro-KWK-Systeme haben die Marktreife erlangt. Das Kürzel KWK steht für "Kraft-Wärme-Kopplung" und ist eine innovative Technologie zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung, die einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO2- Emissionen leisten kann", erklärt Oliver Rakow, Vertriebsleiter der Bergischen Energie- und Wasser GmbH.

Die entscheidenden Vorteile von erdgasbetriebenen Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung sind demnach ihr großes Energiesparpotenzial, verbunden mit einem hohen Maß an Umweltverträglichkeit, sowie ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in dezentralen Einheiten. Dezentral bedeutet in diesem Fall, dass der Strom nicht mehr in den großen Kraftwerken erzeugt wird, und über kilometerlange Leitungen zum Endverbraucher transportiert wird, sondern dass der Strom vor Ort erzeugt wird.

Einfach Installation

Während größere Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (besser bekannt als Blockheizkraftwerke) schon seit längerem auf dem Markt sind, ist das untere Segment mit einer Leistung um ein Kilowatt eine neue Technik. Dabei handelt es sich um sogenannte gebäudeintegrierte Anwendungen, die Strom und Wärme bei einem sehr hohen Wirkungsgrad bereitstellen. Die Betriebskosten von Gebäuden können so reduziert und der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxyd vermindert werden. "Der entscheidende Vorteil von Mikro-KWK-Anlagen ist die einfache Installation, da die Anlagen meist schlüsselfertig in einer kompakten Form geliefert werden. Auf Grund einer geräuschdämmenden Ummantelung entwickeln KWK-Anlagen nur geringe Geräuschemissionen", betont Rakow.

Kraft-Wärme-Kopplung für Ein- und Zweifamilienhäuser, so fasst der Vertriebsleiter zusammen, bedeute eine bessere Primärenergienutzung, einen um bis zu 50 Prozent geringeren CO2-Emissionswert und für den Verbraucher Energie- und Kosteneinsparung durch die zusätzliche Produktion von Strom. Für die Technik hat der Bund ein spezielles Förderprogramm aufgelegt, das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) verwaltet wird. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, freiberuflich Tätige, kleine und mittlere private gewerbliche Unternehmen sowie Energiedienstleistungsunternehmen.

Gefördert werden Mini-KWK-Anlagen mit einer Leistung bis maximal 50 Kilowatt. Der Fördersatz ist abhängig von der installierten Leistung und beträgt zwischen 50 und 1550 Euro pro Kilowattstunde. Für besonders umweltfreundliche Anlagen gibt es nochmals eine Bonusförderung.

(RP)