Dabringhauser Indoor-Weihnachtsmarkt lockte wieder zahlreiche Besucher

Indoor-Weihnachtsmarkt Dabringhausen wieder gut besucht : Kunsthandwerk lockt die Massen

Der Indoor-Weihnachtsmarkt in der Dabringhausener Mehrzweckhalle erfreute sich regen Zuspruchs – bei Ausstellern und Besuchern. Für Kinder kam der Nikolaus vorbei, die Erwachsenen stöberten im reichhaltigen, kunsthandwerklichen Angebot.

In der Zeit von Weihnachtsmärkten und -konzerten sowie anderen Veranstaltungen, die sich zum Jahresende im Terminkalender drängen, haben die Grunewalder Musikfreunde reichlich zu tun. So war deren Auftritt – ein „Pflichttermin“ für die Blasmusiker, die in der Adventszeit den auf Basis des Bergischen Platt abgeleiteten Beinnamen „Original Dawerkuser Chresdagsmucker“ führen – beim Indoor-Weihnachtsmarkt in der Dabringhausener Mehrzweckhalle nach Hückeswagen und Dhünn die dritte Station an einem Nachmittag. In der Halle machte sich das Ensemble die Mühe, an jeder der sprichwörtlichen „Ecken“ aufzuspielen. Es zog durch die mit Ständen dicht an dicht vollgestellten Reihen und blieb in den „Ballungszentren“ stehen, um weihnachtliche Klänge zum Besten zu geben,

Mit 65 Ausstellern war der Indoor-Weihnachtsmarkt, der auf eine über 32-jährige Historie zurückblickt, erneut vollends bis zum letzten verfügbaren Meter ausgebucht. Das Interesse an dem wetterunabhängigen Adventstreiben in Dabringhausen ist bei den Ausstellern nach wie vor ungebrochen groß. „Wir verfahren grundsätzlich so, dass diejenigen ein Vorzugsrecht haben, die zuletzt dabei waren“, beschreibt Stefan Jakstait vom sechsköpfigen Organisationsteam das Verfahren: „Wer jetzt dabei ist, bekommt Anfang des kommenden Jahres ein Schreiben von uns, ob er das nächste Mal wieder dabei ist. Sagt jemand ab, was zum Beispiel aus Altersgründen passiert, besetzen wir den Standplatz neu und dafür haben wir eine Warteliste.“ Aktuell kamen vier neue Aussteller hinzu, die eine der drei, vier oder sechs Meter breiten Standflächen belegten.

Einer davon war Ulrich Hof zum Ahaus mit seiner Ehefrau Petra die besondere Spiegel für ein heimeliges Zuhause feil boten. Der Clou dabei: Der Hobby-Kunsthandwerker aus Leichlingen restauriert alte Holzfensterrahmen und setzt in die einstigen Glasflächen die Spiegel ein. „Die Fensterrahmen bekomme ich aus Abrisshäusern oder Gebäuden, die saniert werden, oder eben über Internetplattformen. Und manchmal bieten mir andere Aussteller oder sogar Marktbesucher welche an.“ Natürlich sei so ein Spiegel, die sich preislich zwischen 80 und über 100 Euro bewegen, kein typisches „Mitnahme“-Produkt, wie ein Dekorationsartikel für zehn Euro. „Dennoch funktioniert es, denn ich schaffe mit meiner Arbeit ja einen bleibenden Wert, auch wenn ich die Zeit nicht rechnen darf“, beschreibt Ulrich Hof zum Ahaus, der Rentner ist und sein Kunsthandwerk als Hobby betreibt. „Wir haben zu Hause in jedem Zimmer einen solchen Spiegel. Unverkäuflich ist der über zwei Meter breite in unserem Wohnzimmer, denn den habe ich einmal zum Geburtstag geschenkt bekommen“, erzählt Petra Hof zum Ahaus mit einem Lachen. Das Leichlinger Paar ist regelmäßig bei dem heimischen Obstmarkt oder auch dem Kreativmarkt in der Wermelskirchener Kattwinkelschen Fabrik vertreten.

„Wir sind stolz darauf, dass wir unsere Stamm-Stände haben und immer wieder eine sehr abwechslungsreiche Angebotspalette präsentieren können“, betont Bernd Engels vom Organisationsteam des Indoor-Weihnachtsmarktes in Dabringhausen. Wert werde auf regionale Anbieter gelegt, die selber etwas herstellen: „Das ist uns wichtig.“

Das Konzept geht augenscheinlich auf, denn auch wenn sich die Besucher aufgrund des freien Eintritts kaum zählen lassen, ist doch der Losverkauf stets ein guter Indikator für den Zuspruch: Der Erlös der Tombola, die stets für einen guten Zweck von den Veranstaltern initiiert wird, fließt in diesem Jahr an der Förderverein des Dabringhausener Freibades.

Das Kontingent an Losen (2000 Stück) für den ersten Veranstaltungstag am Samstag war bereits zwei Stunden vor Marktende verkauft. „Jeder der beteiligten Vereine ist mal mit der Betreuung der Ausgabe der Gewinne an der Reihe – und das macht natürlich Freude“, sagten Anne und Peter Schneider von der Karnevalsgesellschaft „Noh bei Kölle“, die ansonsten Glühwein und Crêpes unter die Leute brachten.

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