Dabringhausen: Diamantene Ehrennadel für Lothar Büngen

Neujahrskonzert des Blasorchesters Dabringhausen : Diamantene Ehrennadel für Lothar Büngen

Das Blasorchester Dabringhausen ist zum Neujahrskonzert in die Mehrzweckhalle zurückgekehrt. Das wurde von 300 Besuchern belohnt.

Die Freunde des Blasorchesters Dabringhausen schätzen es als großartig; und auf dem Weg zu alter Größer sind die Musiker auch. Davon zeugte das traditionelle Neujahrskonzert des Blasorchesters, das das knapp 300 Gäste starke Publikum bereits nach dem ersten Lied mit frenetischem Applaus feierte. Und das blieb nicht einmalig. Nach vier Neujahrskonzerten im Bürgerzentrum kehrten die Musiker in diesem Jahr in die heimische Mehrzweckhalle in Dabringhausen zurück – ein richtiger Schritt, wie die Vorsitzende Kirsten Steinhaus im Gespräch mit unserer Redaktion einschätzte: „Nachdem unsere eigentliche Spielstätte zur Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge wurde, mussten wir in das Bürgerzentrum unziehen. Dort hat uns die Akustik und Atmosphäre gut gefallen, weshalb wir dort geblieben sind. Allerdings erlebten wir im Bürgerzentrum rückläufige Besucherzahlen.“ Das aktuelle Konzert mit der wieder stattlichen Publikumsgröße sei hingegen ein Erfolg: „Unser Publikum will uns wohl in Dabringhausen sehen.“

Auf der Bühne in der Mehrzweckhalle Dabringhausen agierten 45 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Reinhold Felthaus – ein generationenübergreifendes Ensemble im Alter von 14 bis 75 Jahre. „Es ist ja völlig normal: Es gibt Höhen und Tiefen. In letzter Zeit sind wir zu einer sehr guten Einheit gewachsen, trotz der hohen Altersunterschiede“, sagte Kirsten Steinhaus.

Die Vorsitzende zeichnete Lothar Büngen im Laufe des Konzerts für 50-jährige Aktivität im Blasorchester mit der Ehrennadel in Diamant der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BVDM) aus. Büngen gehört dem 117 Jahre Jahre alten Blasorchester seit 1963 an, pausierte zwischenzeitlich für sieben Jahre, war Vorsitzender, Geschäfts- sowie Schriftführer, 18 Jahre lang Jugendleiter und ist seit 2003 Ehrenvorstandsmitglied. Der 73-Jährige richtete den Fokus auf die Jugendarbeit und bat acht Nachwuchsmusiker in den Reihen des Blasorchesters darum, sich von den Sitzen zu erheben: „Ich gebrauche nicht gerne das Wort Stolz, aber ich freue mich sehr, dass wir darauf aufbauen können und auch sollen.“

Büngen erinnerte an den Beginn seiner Musikerzeit mit 16 Jahren, damals beim Musikverein Grunewald: „Wir haben freitags in einer Schreinerwerkstatt in Stumpf geprobt und mussten vorher erst mal Sägemehl wegkehren.“ Genauso blickte Lothar Büngen auf die Teilnahme des Blasorchesters beim Bundesmusikfest in Friedrichshafen zurück, wo das Ensemble von 300 Orchestern unter den besten Sechs in der Oberklasse abschnitt. Eine „Durststrecke“ hätte es auch gegeben, bevor Reinhold Felthaus die musikalische Leitung übernommen habe.

Der engagierte und mit schweißtreibendem Einsatz aktive Dirigent brachte die zur Freude der Zuschauer offensichtliche und genauso unüberhörbare Harmonie des Blasorchester deutlich zum Ausdruck: Nach dem anspruchsvollen Stück „The Times“ von Hiroki Takahashi applaudierte Reinhold Felthaus den Horn-Solisten Henrike Esgen, Julian Russow, Mechthild Rölfing und Sachyo Krük gemeinsam mit dem Publikum und umarmte sie herzlich.

Nach dem zweistündigem Konzert dürfte jedem klar sein: Eine erneute Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb braucht das Blasorchester Dabringhausen nicht scheuen.