1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Dabringhausen: Der "Dance fit“-Kurs des DTV findet bei gutem Wetter draußen statt.

Sport im Freien : Lächeln und hecheln unter freiem Himmel

Die „Dance-Fit“-Teilnehmerinnen mit Übungsleiterin Flora Da Silva sind erleichtert, wieder gemeinsam Sport in der Gruppe treiben zu können. Die Internet-Termine bleiben eine Option bei schlechtem Wetter.

Von gedrückter Stimmung oder gar Angst ist nichts spürbar – umsichtig und auf die Einhaltung des Mindestabstands bedacht sind die Sportlerinnen aber schon. Der „Dance fit“-Kursus des Dabringhausener Turnvereins (DTV) ist ein Beispiel für Breitensport-Kurse unter freiem Himmel. Nach dem Corona-Lockdown ist Sport unter freiem Himmel unter Einhaltung der Hygiene-Regeln wieder gestattet.

Im Straußenfarm-Stadion in Höferhof finden täglich Kurse statt, die ansonsten in Sporthallen durchgeführt werden. Das sommerliche Frühlingswetter spielt den Vereinen derzeit in die Karten – die kurzerhand zur Überbrückung des Lockdowns eingerichteten Online-Kurse bleiben eine Option bei schlechtem Wetter.

„Wenn die Witterung mitspielt, macht uns der Sport draußen mehr Spaß als in der Halle“, sind sich „Dance fit“-Übungsleiterin Flora Da Silva und ihre Teilnehmerinnen einig: „Wir müssen uns halt je nach Wetterlage vor jedem Termin abstimmen und bei Regen auf die Online-Variante umstellen oder es ausfallen lassen.“

Frische Luft und milde Abendsonne, die auch noch um 20 Uhr für ausreichend Licht sorgt, sind derzeit gute Sportbegleiter – in den Wintermonaten würde das so nicht funktionieren. Und es fehlen die Umkleiden, die noch geschlossen bleiben müssen: Die „Dance fit“-Sportlerinnen kommen mit leichtem Gepäck an den Höferhof: ein Handtuch, eine Trinkflasche oder eine rollbare „Yoga-Matte“ finden am Rand des Tennenplatzes in Griffweite ihren Platz – einen Radius von zwei Metern um jede Teilnehmerin sichert nicht nur den Mindestabstand, sondern genauso ausreichend Bewegungs-Spielraum.

„Gemeinsam ist die Motivation zum Sport einfach besser“, beschreibt Teilnehmerin Daniela Nickl. In der Gruppe würden sich alle gegenseitig anspornen: „Ich habe auch bei den Online-Kursen mitgemacht, aber das ist etwas anderes – da müssen gegebenenfalls Möbel zur Seite geräumt werden.“ Mit einem Lachen fügt Daniela Nickl hinzu: „Und zu Hause turnt der Hund mit, auf den man dann ständig achten muss.“ Obendrein wären die Internet-Verbindungen nun mal nicht immer die besten: „Mal hakte oder ruckelte die Übertragung.“ Die psychologische Komponente des Geschehens lässt Daniela Nickl nicht außer acht: „Wir waren und sind alle sehr erleichtert, dass wir wieder gemeinsam Sport machen können.“

Für sie als Übungsleiterin wären die Online-Kurse eine „schöne Sache“, eben besser als nichts, sagt Flora Da Silva, aber: „Online fehlen mir die Leute, fehlt die Gruppendynamik.“ Humorig ergänzt sie: „Es fehlt das unmittelbare Lächeln und das Hecheln.“

Mit über 120 Anmeldungen zu den Online-Kursen und im Durchschnitt zehn bis mindestens 20 Teilnehmern pro Internet-Kursus habe das Sport-Angebot via Computer, Handy oder Tablet eine „Bomben-Resonanz“ erfahren, bilanziert die stellvertretende Leiterin der DTV-Turn-Abteilung, Martina Pannack: „Das Angebot war bewusst für alle zugänglich. Wir waren froh, überhaupt etwas machen zu können.“ Die Online-Kurse seien eine Möglichkeit zur Tätigkeit für die Übungsleiterinnen, ein Service für Mitglieder und ein Instrument zur Mitglieder-Gewinnung gewesen: Die Leiterin der Turn-Abteilung, Sabine Krüger, habe einen „Wahnsinns-Job“ gemacht, um das Online-Angebot auf die Beine zu stellen: „Das ist jede Menge Kommunikation und Absprache, da mussten in kurzer Zeit Listen mit E-Mail-Adresse angelegt werden und mehr.“

Die Online-Kurse hätten eben eine „andere Dimension“, beschreibt Martina Pannack die Erfahrung: „Es galt und gilt, Positives in schwieriger Zeit zu sehen.“ Manche Teilnehmer hätten den Online-Sport mit Humor gesehen, weil man vor dem heimischen PC besser „pfuschen könne“. Und weiter: „Interessant ist, dass der Online-Sport über alle Generationen funktioniert hat. Auch wenn das vermeintlich nicht so ist, haben das Teilnehmerinnen hinbekommen, die auf die 70 zugehen.“ Durch die Kurse im Internet erreiche ein Verein aber eben nur einen Teil von Sportlern: „Die einen sehen das als Alternative. Aus der Sicht anderer ist das für sie nichts.“

Zumindest bis zur Wieder-Eröffnung der Sporthallen blieben die Online-Kurse eine Schlecht-Wetter-Option.