Weihnachtsmarkt in Dabringhausen Indoor-Markt bringt Besucher ins Schwärmen

Dabringhausen · Mehr als 60 Aussteller kamen am vergangenen Wochenende zum Indoor-Weihnachtsmarkt nach Dabringhausen – und hunderte Besucher. Sie erlebten einen Markt mit viel Heimatgefühl und Zeit für Begegnung.

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Die Damen haben sich gerade einen Glühwein bestellt. Gut gelaunt stoßen Romy Giordani, Uschi Runge, Edelgard Lauf und Gabriele Kiesecker mit ihren heißen Tassen an. „Wir sind seit Ewigkeiten beste Freundinnen und gehen jedes Jahr zum Indoor-Weihnachtsmarkt“, erzählt Romy Giordani und deutet auf Uschi Runge. Die anderen Damen haben sie gerade erst kennengelernt. „Unser Weihnachtsmarkt ist einfach was Besonderes“, sagt Gabriele Kiesecker, „hier trifft man immer jemanden und meistens die ganze Nachbarschaft.“ Während die Damen an ihrem Glühwein nippen, geht um sie herum das Markttreiben weiter.

Schon eine Stunde nach Öffnung der Mehrzweckhalle herrscht am Samstagnachmittag reger Betrieb in der Halle. „Wirklich gut für einen Samstag“, sagt Madlen Bratz, die mit ihrer Papierkunst nicht zum ersten Mal zum Markt gekommen ist. Der Sonntag sei meistens noch besser besucht. „Aber ich bin bisher richtig zufrieden“, sagt sie. Für Madlen Bratz ist es ein Heimspiel. „Ich bastle das ganze Jahr. Ich bin richtig süchtig“, sagt sie und lacht, „aber das hier ist mein einziger Markt.“ Das geht vielen der mehr als 60 Aussteller am Wochenende beim Indoor-Weihnachtsmarkt so. Kerstin Sonnenschein ist mit ihrer ganzen Familie im Einsatz: Während ihr Mann und ihre Tochter Waffeln mit Weihnachtsgeschmack backen, berät sie die Kunden an dem großen Stand. Vor allem Likör und Marmelade werden gerne gekauft, aber auch bei Kerzen und Porzellan greifen die Besucher zu. „Und in diesem Jahr haben meine Tochter Emma und ich uns zum ersten Mal an Makramee versucht“, erzählt Kerstin Sonnenschein und deutet auf die schönen Werke aus Kordel. Auch für Kerstin Sonnenschein ist es einerseits ein Heimspiel und andererseits der einzige Markt, den sie im Jahr besucht – obwohl auch sie das ganze Jahr kreativ ist. „Das ist unser Dorf“, erklärt sie, „da machen wir mit.“

Die Dabringhausener ziehen an diesem Wochenende eben erneut an einem Strang. Die Kinder der Dhünntalschule verkaufen Plätzchen. „Berliner Brot, Spritzgebäck, Maronen, Vanillekipferl: Alles selbst gebacken“, erklären Lia und Ben. Die Kindertagesstätte am Bussardweg verkauft nicht nur Stollen, sondern lädt Kinder auch zum Basteln ein – mit Buttons und Glitzer-Tattoos. „Und wir freuen uns über die schöne Atmosphäre“, sagt Lea vom Stein vom Förderverein und deutet auf die vielen stimmungsvollen Lichter.

Auch die Ehrenamtlichen vom Freibad sind dabei und laden zum Entchenangeln ein. „Ein Junge ist ganz zielstrebig auf uns zugekommen, weil er uns noch vom letzten Jahr kannte“, erzählt Uta Piel. Sie hoffe, dass sich die Besucher freuen, dem Freibad am Stand etwas Gutes tun zu können. „Die Menschen hier in Dabringhausen kennen uns, bei allen anderen rufen wir uns dieses Wochenende in Erinnerung“, sagt sie. Schließlich wirbt das Freibad gerade intensiv um Mithilfe. Neben den Dabringhausern selbst sind aber auch viele Kunsthandwerker aus der Region zum Markt gekommen – aus Leichlingen und Ratingen, aus Wermelskirchen natürlich und aus Dhünn. „In diesem Jahr sind acht neue Aussteller dabei“, sagt Organisator Stefan Jakstait. Die rund 60 Plätze seien schnell vergeben gewesen. „Wir hätten noch 30 Aussteller mehr haben können“, erzählt er mit Blick auf die Warteliste, „aber da fehlt uns einfach der Platz.“

Vielfalt ist trotzdem garantiert. Stoffe und Holz, kulinarische Köstlichkeiten zum Verschenken, Glas und Wolle, Schmuck und Papier, Straußeneier und Kerzen: Die Auswahl ist riesig. Klassiker finden sich genau wie ganz originelle Geschenkideen. So hat Jan Isermann etwa allerhand Unikate aus gebrochenen Skateboards mitgebracht – von Ohrringen bis zu Schuhanziehern. Saskia Ballsieper hat aufwändig gehäkelt und ist zum ersten Mal zum Markt gekommen. Und die Dabringhausenerin Janina Ruttkamp hat an ihrem Stand eine kleine, weihnachtliche Fotoecke eingerichtet und bietet Bilder für die Weihnachtskarte an. Auch für sie ist es eine Premiere.

„Den größten Andrang erleben wir auch dieses Jahr wieder auf die Tombola“, erzählt dann Stefan Jakstait. Viele haben schon beim Reinkommen Ausschau nach den Losverkäufern gehalten. Schließlich winken 1000 Gewinne – und damit noch ein Grund mehr für beste Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt.

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