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Dabringhausen: Anni van der Lugt geht optimistisch ins 100. Lebensjahr

99-Jährige aus Dabringhausen : Anni van der Lugt geht optimistisch ins 100. Lebensjahr

Mit 99 Jahren ist Anni van der Lugt die viertälteste Bewohnerin im Carpe Diem in Dabringhausen. Dort wurde in kleinem Kreis gefeiert.

Bei wichtigen Geburtstagen und Jubiläen ist immer Bürgermeisterin Marion Lück selbst oder einer ihrer beiden Stellvertreter zum Gratulieren vor Ort. Gestern war es mal wieder soweit. Da Marion Lück derzeit im Urlaub ist, machte sich Norbert Galonska, zweiter stellvertretender Bürgermeister, mit einen Blumenstrauß und Pralinen auf den Weg nach Dabringhausen in den Seniorenpark Carpe Diem. Dort feierte Anni van der Lugt im Kreise ihrer Familie ihren 99. Geburtstag

Für ihren Ehrentag hat sich Anni van der Lugt extra schick gemacht: Mit einer Pailletten bestickten Bluse und schwarzem Rock kommt sie mit ihrem Rollator ins Café des Seniorenparks Carpe Diem. „Früher bin ich immer viel gelaufen“, erzählt sie und fügt seufzend hinzu: „Heute brauche ich leider das Wägelchen.“ 99 Jahre alt wird sie an diesem Tag und ist damit die viertälteste Bewohnerin der Einrichtung.

Und Anni van der Lugt will auch noch den dreistelligen Geburtstag feiern. Das hat ihr schließlich Ehemann Hans prophezeit: „Kurz, bevor er verstorben ist, hat er noch zu mir gesagt: ‚Schatzi, du wirst 100 Jahre alt.’ Wollen wir mal abwarten, ob das auch stimmt und ich dann noch auf dieser Welt bin“, sagt sie lächelnd und nimmt die Glückwünsche, den Blumenstrauß und die Pralinen von Norbert Galonska entgegen, die er im Namen der Stadt überreicht. Bürgermeisterin Marion Lück lasse sich entschuldigen, weil sie im Urlaub sei, erzählt er. Die Bürgermeisterin müsse sicher immer viel arbeiten, mutmaßt Anni van der Lugt und sagt: „Ich habe auch immer viel gearbeitet. Schon als Kind. Ich war die älteste von sechs Geschwistern. Mein Papa war Küster, und jeden Samstag mussten wir die Kirche putzen“, erinnert sie sich.

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Ob es früher besser gewesen sei ohne Handy, Computer und Fernsehen, könne sie gar nicht sagen. „Es war anders“, sagt die 99-Jährige. „Wir hatten keinen Fernseher und mussten viel arbeiten, aber wir waren zufrieden. Vor allem sonntags. Der Sonntag gehörte uns jungen Leuten und dann sind wir singend durch den Wald gelaufen. Das war wirklich schön.“

Aufgewachsen ist Anni van der Lugt in der Eifel, hat dort auch ihren späteren Ehemann Hans kennengelernt, der aus Emmerich stammte und während des Krieges in der Eifel stationiert war. „Er hat spätabends an unsere Tür geklopft. So haben wir uns getroffen“, erinnert sie sich lächelnd.

Gemeinsam ist das Paar später nach Leverkusen gezogen. „Ich mochte die Zeit in Leverkusen sehr. Das war wirklich schön. Wir hatten einen großen Freundeskreis und ich habe im Kirchenchor gesungen“, verrät Anni van der Lugt, die schließlich vor 19 Jahren nach Dabringhausen gezogen ist. Tochter Liselotte und Ehemann Hans-Otto Schmidt hatten 1970 in Lüdorf gebaut, aber Anni van der Lugt hat damals auf ihre eigenen vier Wände in Dabringhausen bestanden, um jeden Tag zum Einkaufen oder Kaffeeklatsch gehen zu können. Erst mit 96 Jahren ist sie ins Carpe Diem gezogen: „Ich mag es hier im Dorf, weil es schön ist und meine Familie hier ist. Meine Tochter, mein Schwiegersohn, meine beiden Enkel Charlotte und Ralf und meine vier Urenkel“, zählt Anni van der Lugt stolz auf. Im Seniorenpark fühle sie sich sehr wohl, „weil alle so freundlich und hilfsbereit sind.“

Täglich würde sie schon morgens mit der Tochter telefonieren, „und das ist immer ganz niedlich“, sagt Liselotte Schmidt. „Ich sage am Ende des Telefonats immer ‚Tschüss, Mutti’ und sie antwortet ‚Tschüss, Kind’. Darüber muss ich immer ein wenig lachen, weil ich ja nun auch schon 74 Jahre alt bin.“

Sie ist sich sicher, dass sich die Prophezeiung ihres Vaters erfüllen wird und ihre Mama im nächsten Jahr den 100. und noch weitere Geburtstage feiern wird: „Die Mama hat keine Wehwehchen, schläft hervorragend und kann immer und viel essen“, verrät Liselotte Schmidt. „Schlafen konnte ich schon als junge Frau sehr gut. Mein Mann sagte früher mal zu mir, dass man mich wahrscheinlich schlafend wegtragen könnte“, bestätigt Anni van der Lugt. Und das Stückchen Torte am Nachmittag gehöre vor dem Abendessen eben dazu. Zum 100. Geburtstag im kommenden Jahr gibt es dann eine ganz besondere Torte...