CDU und FDP streben „Koalition“ im Rat an

Mitgliederversammlung des Ortsverbandes der Wermelskirchener Christdemokraten : CDU und FDP streben eine „Koalition“ an

Der Kommunalwahlkampf 2020 ist nun endgültig eröffnet. Auf der Mitgliederversammlung der CDU probten die Parteien die Schulterschluss. Das Ziel: der nächste Bürgermeister kommt aus dem konservativen Lager.

CDU und FDP proben den Schulterschluss. Ziel: Die Ablösung des amtierenden SPD-Bürgermeisters in Wermelskirchen nach der Kommunalwahl 2020. Damit setzt sich fort, was sich bereits bei der Verabschiedung des städtischen Doppelhaushalts für 2019/2020 abzeichnete: Der Startschuss für den Kommunalwahlkampf ist gefallen, obwohl noch keine Partei oder Wählervereinigung einen Kandidaten für die Wahl zum ersten Bürger der Stadt benannt und auch Rainer Bleek noch nicht kundgetan hat, ob er sich überhaupt einer erneuten Kandidatur, dann mit Amtsbonus, stellt.

Bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Wermelskirchen in den Bürgerhäusern an der Eich waren die Liberalen Marco Frommenkord und Stefan Theil nicht nur Gäste, sondern hielten sogar ein Grußwort. Obendrein kündigte der auf der Versammlung wiedergewählte Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes, Randolph Schmidt, an, dass sich die Christdemokraten zeitnah um die Problematik der für die Zeit des Loches-Platz-Umbaus wegfallenden Innenstadt-Parkplätze kümmern wollen.

Formell als Gegenbesuch und Reaktion auf die Anwesenheit des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Christian Klicki bei der FDP-Mitgliederversammlung betitelt, sprachen Marco Frommenkord und Stefan Theil bei der CDU-Versammlung. Darin sah Christian Klicki eine „Verdeutlichung der guten Zusammenarbeit mit den Liberalen“. Der CDU-Stadtverbands- und Ratsfraktionsvorsitzende ging jedoch weiter: „Wermelskirchen braucht eine starke Koalition für den Stadtrat – das ist unser Ziel für die Kommunalwahl.“ Auch wenn auf kommunaler Ebene eine Koalition im bundespolitischen Sinn nicht vorgesehen ist, „schlugen“ die beiden Liberalen in die „gleiche Kerbe“: Marco Frommenkord sprach von der Kommunalwahl als „sehr, sehr wichtige Wahl sowohl für CDU als auch FDP“, und Stefan Theil betonte: „Uns verbindet die politische Mitte in Wermelskirchen. Wir sind heiß auf die Kommunalwahl und sind danach gerne zu einer stabilen Koalition mit der CDU bereit.“

Allen Parteien der bürgerlichen Mitte sei daran gelegen, auf dem Bürgermeisterposten für einen Wechsel zu sorgen. Damit zeichnet sich ab, dass die FDP nach ihrer Unterstützung für Eric Weik und dann Marc Dieluweit gegen die jeweiligen CDU-Kandidaten bei der Kommunalwahl in 2020 erstmals seit 15 Jahren den christdemokratischen Kandidaten unterstützen wird, was am Abend der Versammlung niemand bestätigte. Den amtierenden Rainer Bleek griff Christian Klicki erneut scharf an: „Nicht der Bürgermeister bewegt die Projekte, sondern in unserer Stadt ist etwas los, seitdem wir unsere neuen Beigeordneten haben. Bleek ist stets bemüht, aber das reicht nicht, wenn man an die Schulzeit zurückdenkt.“

Klicki kündigte für die Zeit nach der Europawahl einen Workshop an, bei dem sich jedes CDU-Mitglied einbringen könne, um das Programm zum Kommunalwahlkampf zu entwickeln. Diesen Prozess steuert federführend Randolph Schmidt, der betonte: „Wir wollen neue, junge Kräfte einbinden, Ideen entwickeln, Positionen überdenken.“ Schmidt sieht die „Attraktivität der Innenstadt“ bedroht: „Der Loches-Platz-Umbau ist gut. Aber während der Bauzeit von zwei Jahren fallen 200 Parkplätze weg. Als Politik müssen wir dafür Lösungen finden.“ Noch wäre das Thema noch nicht stark präsent, was sich ändern werde, wenn die ersten Bagger rollen: „Ich möchte mich dann nicht fragen lassen, ob wir uns dazu keine Gedanken gemacht haben.“ Allein ein neuer Standort für die Tafel, der nach Ansicht von Randolph Schmidt längst hätte gefunden sein müssen, würde auf dem Areal der Dreslerschen Halle 15 weitere Parkplätze ermöglichen. „Bei der Findung eines neuen Standortes für die Tafel können wir auf den jetzigen Bürgermeister nicht zählen, da hätte ich mir mehr Engagement von ihm gewünscht“, sagte Randolph Schmidt.

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