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Carsten Fervers ist Fitnesstrainer und Ernährungsberater in Wermelskirchen

Mein Arbeitsplatz : Zwischen Herdplatten und Krafttraining

Carsten Fervers arbeitet als Fitnesstrainer und Ernährungsberater. Mit seinen Kunden findet er individuelle Lösungen zum Thema Ernährung.

Er ist ein Genussmensch. Wenn Carsten Fervers über gutes Essen spricht, dann klingen seine französischen Wurzeln mit und die Freude am Essen. „Es stimmt schon“, sagt der 47-Jährige dann lachend, „ich esse viel Reis, Brokkoli und Hühnchen. Aber ich kann Essen auch richtig genießen.“ Und dann erzählt er von seiner Kindheit, in der er früh das Kochen lernte. Und von den Gerichten, die er seinem Bruder und seinem Vater auftischte.

In dieser Zeit entdeckte Carsten Fervers aber noch eine andere Leidenschaft: Er war gerade fünf, als ihn seine Großmutter zum Taekwondo anmeldete. „Das war gut so“, sagt er heute. 20 Jahre blieb er beim Kampfsport, knüpfte viele soziale Kontakte, entwickelte sportlichen Ehrgeiz, nahm an Turnieren teil, machte den Trainerschein und entdeckte: „Wenn ich mein Wissen weitergeben kann, mit anderen auf ein Ziel hin arbeite, dann bin ich in meinem Element.“

Heute arbeitet Carsten Fervers als Fitnesstrainer und Ernährungsberater: Alles, was ihn seit jeher fasziniert, hat er unter einen Hut gebracht. „Das war ein langer Weg“, sagt er – ohne zu bereuen. Nach der Realschule entschied er sich für die Lehre zum Maler und Lackierer, liebäugelte danach mit einer Ausbildung zum Polizisten, setzte dann aber auf seinen Wehrdienst acht Jahre als Berufssoldat oben drauf – mit zwei Auslandseinsätzen.

Danach dachte er zurück an seine Zeit als Sportler und als Hobbykoch und machte sich auf den Weg, um einen Beruf zu finden, der beides miteinander verbindet. Er machte die Ausbildung zum Diätassistenten – „damals ein absoluter Frauenberuf“, erzählt er. Endlich konnte er wieder kochen und beraten. Zwölf Jahre lang arbeitete er im Krankenhaus in Wermelskirchen und machte gleichzeitig den Schein als Fitnesstrainer und begann als Bodybilder an Wettkämpfen teilzunehmen.

„Heute bin ich angekommen“, sagt der 47-Jährige. Seit September arbeitet er im Fitnessclub Fit Inn – schon vorher hat er dort Kurse angeboten, während er auch als freiberuflicher Personaltrainer arbeitete. „Hier habe ich die Freiheit, meine beiden großen Themen zu verbinden“, sagt Carsten Fervers. Er feilt mit den Besuchern am Sportprogramm und bietet Ernährungsberatung an. Seine Philosophie: „Ich lebe, was ich lehre.“ Und das bedeutet: Neben den Vollgas-Phasen hat er gelernt, sich aktiv zurückzunehmen. Er spricht dann gerne von „artgerechter Haltung“. Die Zeiten jenseits des Stresses brauche der Körper auch, deswegen habe er ein Faible für Yoga entwickelt. Und: „Ich hasse das Wort Disziplin“, sagt er, „uns muss Spaß machen, was wir tun, damit wir erfolgreich sind.“ Und das gilt für den Ernährungsberater erst recht beim Thema Bewegung und Essen. Ernährungspläne müssten individuell sein, betont er. „Wer den ganzen Tag arbeitet, viel unterwegs ist, der stellt sich abends nicht an den Herd“, sagt er. Also empfiehlt er seinen Kunden in dieser Situation auch keine aufwändig selbstgemachten Gerichte. Und: Wer ein Bierchen, Nutellabrote oder Schokolade liebe, der müsse darauf nicht verzichten. „Sowas bauen wir in den Ernährungsplan ein“, sagt er und beobachtet doch, dass viele Menschen nach und nach auf das Nutellabrot verzichten. „Aber das ist Psychologie“, sagt er, „nichts verbieten, sondern Möglichkeiten zeigen.“

Übergewichtige, Untergewichtige, Allergiker, Leistungssportler auf dem Weg in den Wettkampf: Jeder bekommt seinen individuellen Ernährungsplan, der nachhaltig sein soll, im besten Fall auch Bewegungseinheiten mit einkalkuliert. Dann merke er, dass er Menschen wirklich helfen kann, sagt Fervers. Dann werden Blutdrucktabletten überflüssig, das Selbstbewusstsein wird gestärkt und der Gesundheit auf die Sprünge geholfen. „Das macht meinen Job so erfüllend“, sagt Carsten Fervers.