Burg : Es werde Licht!

Die Sanierung von Schloss Burg geht voran. Mainzer Firma präsentierte neues Lichtkonzept, das die Anlage erstrahlen lassen soll. Selbst der Bergfried wird mit Licht aufgewertet.

Zufrieden schaut sich Malte Maas an, wie ein LED-Bodenspot das Mauerwerk am Eingang von Schloss Burg beleuchtet. Am Donnerstag stellte der Gewinner der Ausschreibung für das neue Lichtkonzept für die Burganlage Ergebnisse vor. Planer, Architekten und Vertreter der Verwaltung konnten sehen: Wenn alles fertig ist, wird die Burg mit Einbruch der Dämmerung in warmweißes LED-Licht getaucht – innen und außen. Selbst der Bergfried wird mit Licht aufgewertet. Für Gregor Ahlmann, den Geschäftsführer des Schlossbauvereins, der die Burg mit Museum betreibt, ein großer Abend, reiht er sich doch ein in eine Kette von wichtigen Sanierungen, die bald folgen.

Bei 32,5 Millionen Etat für die Sanierung und Neukonzeption des Museums hat man das Geld, die Zeit und offenbar auch die Muße, auf Details einzugehen. Die alte Schule neben dem Schloss wird bald Sitz der Verwaltung sein. Anhand von alten Fotos wurden die Kamine neu als verputzte Ziegeltürmchen gebaut. Auch der Putz des Gebäudes werde sich an historische Vorlagen anlehnen, erklärt Matthias Veldboer, der bei der Solinger Stadtverwaltung die Fäden für die Schloss-Sanierung für die drei Eigentümerstädte der Burg, Remscheid, Wuppertal und Solingen, in der Hand hat.

Auch er schaute sich das neue Lichtkonzept an. Er wirkte mindestens so zufrieden wie Malte Maass, dessen Mainzer Firma mit einigen Mitarbeitern für zwei Tage auf der Burg war und viele Positionen für Bodenlampen, solche für Decken und Torbögen ausprobierte. „Das ist eine tolle Burg, ich will hier nicht mehr weg“, sagte Malte Maass.

Schlossherr Gregor Ahlmann weiß, welch aufregende Monate auf ihn und das Team der Schlossanlage noch zukommen. Was bei der alten Schule passiert ist – komplette Decken wurden ausgetauscht, kaum ein Stein bleibt auf dem anderen – das wird ab Anfang 2021 auch auf das Hauptgebäude des Schlosses mit Rittersaal und Kemenate zukommen.

Schon im Herbst geht es mit dem Pferdestall los. Das Fachwerk wird aufgearbeitet, vieles aus der Holzkonstruktion erneuert. Parallel wird im bereits sanierten Grabentorhaus eine kleine Museumsausstellung eingerichtet. „Auch wenn wir das Haupthaus schließen, sollen die Besucher Möglichkeiten bekommen, etwas aus unserem Fundus und zur Geschichte der Burg zu sehen“, erklärt Ahlmann. Im kommenden Jahr werden auch an vielen Stellen die Mauern saniert, in den Höfen der Burg wird gearbeitet und die Bibliothek zieht mitsamt dem Archiv ins Grabentorhaus. Beide Einrichtungen sollen nach Terminvergabe öffentlich zugänglich sein.

Dabei ist Ahlmann eine Botschaft ganz wichtig: „Die Burg wird immer offen sein.“ Er gibt auch erste Einblicke, wie sich die Sammlung und das Museum verändern werden. Die Geschichte der Burg ab dem Mittelalter und die der dort lebenden Menschen sollen in den Mittelpunkt gestellt werden. „Wir sind auch eine touristische Attraktion, da müssen wir alle Besucher mitnehmen.“

Dazu werden auch nochmals der Bergfried und seine Ausstellung überarbeitet. Die Antwort auf die Frage „Wie lebten, arbeiteten und agierten die Menschen auf der Burg?“ werde zentrales Motiv des Museums.