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Wermelskirchen: Bürgermeister kündigt WiW

Wermelskirchen : Bürgermeister kündigt WiW

Den Vertrag der Stadt mit dem Stadtmarketing-Verein WiW über Personalstellung und finanziellen Zuschuss hat Bürgermeister Eric Weik jetzt gekündigt. Er will nur mit einem neu aufgestellten Verein weiter zusammenarbeiten.

Die Rücktrittsankündigung des Vorsitzenden des Stadtmarketing-Vereins (WiW), Frank von Juterzenka, nimmt Bürgermeister Eric Weik beim Wort. Er hat WiW nicht nur gekündigt, er sei auch nur bereit, mit dem Verein weiter zusammen zu arbeiten, wenn sich dieser personell und in seiner Arbeit völlig neu aufstelle: Das teilte Weik gestern der BM mit. Er gehe aber davon aus, dass der von Juterzenka angekündigte Rücktritt vielleicht ein erster Schritt des Vereins zu seiner Neuausrichtung sein könnte.

Zustimmung aus der Politik

Die Vertragskündigung umfasst laut Weik sowohl die Stellung eines hauptamtlichen Mitarbeiters für WiW, als auch den bislang gewährten städtischen Zuschuss, auf den WiW in diesem Jahr ohnehin schon freiwillig verzichtet hatte, wie wir berichteten. Von der Frage, ob und wie sich WiW neu aufstellen werde, mache er es auch abhängig, ob der Verein weiterhin mit der Organisation der Einzelhandelsveranstaltungen wie offene Sonntage, Stadtfest und dergleichen betraut werde, sagte Weik gestern der BM und betonte: "Um die Bereiche Wirtschaftsförderung und Tourismus kümmert sich WiW auch jetzt nicht. Das liegt alles schon bei unserem Amt für Wirtschaftsförderung."

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Mit der Vertragskündigung zu diesem Zeitpunkt komme er auch der Politik entgegen, ist sich der Bürgermeister sicher. Denn die Signale aus den Fraktionen zeigten ihm eine breite Zustimmung, WiW nicht mehr wie bisher zu fördern. Eine Neuaufstellung des Vereins werde auch aus weiten Kreisen der Politik gefordert. Der zeitliche Ablauf nach der Kündigung sei nun folgender: Der Rat müsse zunächst den Haushalt unter der Prämisse des Konsolidierungspaketes beschließen, das bekanntlich auch die Einsparung bei WiW beinhaltet. Erst wenn der Haushalt dann darauf geprüft sei, was sich Wermelskirchen überhaupt noch leisten könne, ohne ins Haushaltssicherungskonzept abzurutschen, dann erst könne beschlossen werden, wer sich künftig um die Veranstaltungen in der Stadt kümmern werde.

Auch Bürger kritisieren WiW

Auch viele Bürger setzen sich kritisch mit WiW auseinander. So meint beispielsweise Axel Eversberg: "Unsere Stadt braucht ein aktives Marketing, das diesen Namen auch verdient und keinen Verein, der uns in der Vorweihnachtszeit ein Dunkel-Wermelskirchen beschert." Tina Frowein-Braun meint sogar, dass in Wermelskirchen mehr als nur das Stadtmarketing zur Zeit falsch laufe. "Es fehlt das nötige Herzblut, um den Karren aus der Sch... zu ziehen", sagt die Wermelskirchenerin wörtlich. Sie vermisse Girlanden und Lichter in der Stadt, einen richtigen Weihnachtsmarkt, wobei man aus dem Gelände rund um den Mammutbaum doch wirklich etwas machen könne. Statt dessen "sehe" sie die "Giftliste", die Rathausfassade, Rollrausch-Probleme, PCB in Schulen und die Freibadschließung. Es wundere sie nicht, dass die Wermelskirchener Kunden nach Remscheid, Köln und auch nach Hückeswagen abwanderten. Aber zu vieles liege hier in "falschen Händen", meint Tina Frowein-Braun.

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(RP)