1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Bürger sollen helfen zu sparen

Wermelskirchen : Bürger sollen helfen zu sparen

Das Regenbogen-Bündnis hatte zur Bürgerversammlung eingeladen, um sein Sparpaket von 1,3 Millionen Euro zu erklären. Nur wenige Bürger kamen. Und die Politiker auf dem Podium brachten kaum konkrete Beispiele.

"Es geht um ihr Geld", stand auf den Plakaten für die Podiumsdiskussion, in der das Regenbogen-Bündnis am Donnerstagabend den Bürgern sein Sparpaket von 1,3 Millionen Euro für den städtischen Haushalt erklären wollte. Nur etwa ein Dutzend nicht politisch organisierte Bürger mischten sich in die Schar der Parteienmitglieder und -sympathisanten im Bürgerzentrum. Moderiert wurde der Abend von den Fraktionsvorsitzenden Friedel Burghoff, Jürgen Manderla (FDP), Henning Rehse (WNKUWG) und Andreas Willinghöfer (Grüne).

Anja Güntermann (FDP) verdeutlichte eingangs in einer kurzen Powerpoint-Präsentation die prekäre Haushaltssituation der Stadt mit einer Schuldenlast von 33,7 Millionen Euro. Was folgte und voraufging, veranlasste Bürgermeister Eric Weik sogar zweimal einzugreifen. Er meldete sich "als Bürger" und forderte konkrete Sparbeispiele ein, die aber trotzdem nur vereinzelt und wenig konkret folgten. Auf seine Frage "wo wird das Sparen dem Bürger weh tun?" bekam er keine Antwort.

"Wir hätten doch alles gehabt"

  • Kommentar : Gute Ideen aber schlecht vermittelt
  • Wermelskirchen : Bündnis: 1,3 Mio. Euro sparen
  • Wermelskirchen : Regenbogen-Bündnis für Dhünner Bad-Zuschuss

Gerd Steinmetzer von der Zukunftswerkstatt äußerte zum Ende der Veranstaltung seine Enttäuschung, dass so wenig Bürger gekommen, aber auch, dass die Politiker so wenig konkret geworden seien. Er riet ihnen, mehr die unmittelbare Betroffenheit der Bürger zu verdeutlichen. Das gehe aber nur mit konkreten Beispielen und Informationen, betonte er. "Dabei hätten wir doch alles gehabt, um konkret zu werden", ärgerte sich Dr. Werner Güntermann nach der Veranstaltung. Der FDP-Vorsitzende meinte damit das bereits in unserer Zeitung in der vergangenen Woche aufgelistete Sparpaket des Regenbogen-Bündnisses. Denn das wurde in der Versammlung nicht verdeutlicht, nur einige Punkte wurden hin und wieder daraus eingeflochten. Friedel Burghoff sagte: "Es kommen harte Einschnitte auf alle zu. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen und dem Bürgermeister dabei helfen zu sparen." Jürgen Manderla machte deutlich, dass die Schuldenlast der Stadt dazu zwinge, nunmehr langfristig zu sparen: "Das ist jetzt nicht nur eine Diskussion über den Haushalt 2010, es geht um die nächsten zehn bis 20 Jahre", hob er hervor.

20 Prozent weniger für Vereine

Als Sparbeispiele wurden im Laufe des Abends u.a. genannt: Die 750 000 Euro Einsparungen bei den Verwaltungsaufwendungen im Rathaus; die 20-prozentige Kürzung aller Vereinszuschüsse ab 2011, die allerdings nichts mit den Sparvorschlägen des Regenbogen-Bündnisses zu tun haben; die Einsparung von Beleuchtungskosten beim Gymnasium, bei der Behindertentoilette im Rathaus, bei Fraktionssitzungen, Grünflächen.

(RP)