Wermelskirchen: Büfo will neuen Ratsbeschluss

Wermelskirchen: Büfo will neuen Ratsbeschluss

Radverkehr: Die Verwaltung hat einen Plan für die Verkehrsregelung auf der Telegrafenstraße entworfen. Bürgerforum und WNKUWG lehnen ihn ab. Sie wollen gegenläufiges Radfahren im Verkehrskonzept streichen.

Die Stadtverwaltung will einen Schutzstreifen mit einer Mindestbreite von 1,25 Metern auf der Telegrafenstraße anlegen. Werktags soll die Telegrafenstraße für den Lkw-Verkehr über 3,5 Tonnen von 10 bis 19 Uhr gesperrt werden. Außerdem sollen drei Ladezonen gegenüber dem Schutzstreifen eingerichtet werden. Mit diesem Plan als Diskussiongrundlage geht die Stadtverwaltung in die Abstimmungsbesprechung mit der Polizei. Bürgerforum und WNKUWG lehnen den Plan ab — sie wollen, dass der gegenläufige Radverkehr aus der Verkehrsplanung genommen wird. Darüber soll der Stadtrat im Herbst entscheiden.

Die Stadtverwaltung hatte vorige Woche das "Verfahren" rund um den Verkehrsversuch als ureigene Aufgabe der Verwaltung an sich gerissen — und damit den Mehrheitsbeschluss im Fachausschuss, das Radfahren gegen die Einbahnstraße zu stoppen, aufgehoben. Als Grundlage dieser Entscheidung führt die Stadt den Ratsbeschluss über das Verkehrs- und Gestaltungskonzept aus 2003 an, in dem alle Straßen innerhalb des Innenstadtdreiecks für Radfahrer in beiden Richtungen zu befahren sind.

Drei Ladezonen

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Drei Ladezonen schlägt die Verwaltung vor: Neben der Einfahrt zur Straße "An der Feuerwache; etwa in Höhe der "Apotheke zur Post" auf der Fahrbahn und im Bereich vor dem DM-Markt. Das direkte Ausladen vor den Geschäften auf der linken Fahrbahnseite, wo der Schutzstreifen angelegt würde, ginge dann nicht mehr. Das Bürgerforum ist mit dieser Verkehrsregelung nicht einverstanden. In einem der Morgenpost vorliegenden E-Mail-Verkehr mit dem Bürgermeister schreibt Peter Scheben (stellvertretend für Manfred Schmitz-Mohr, Oliver Platt und Friedel Burghoff), dass es nach Ansicht des Bürgerforums nicht im Ermessen der Verwaltung liege, hier eine schnelle Veränderung herbeizuführen. "Nur der Rat selbst sollte hierzu eine Entscheidung herbeiführen." Wobei sicher das Bürgerforum auf die Mehrheitsverhältnisse im Rat abzielt: Mit CDU und WNKUWG hat Büfo die Mehrheit, die gegen das Radfahren gegen die Einbahnstraße ist. Eine solche Entscheidung scheint angestrebt, "falls keine Zuschussrückforderungen zu befürchten" seien. Die Stadtverwaltung fürchtet das: Sie rechnet mit möglichen Rückforderungen von bis zu 1,6 Millionen Euro. Laut Scheben soll das aber vor einem neuen Beschluss abgeklärt werden.

Nach Ansicht der WNKUWG trage der Plan der Verwaltung in keinster Weise der wirklichen Gefahrensituation auf der Telegrafenstraße Rechnung — die ist laut Henning Rehse die viel zu geringe Straßenbreite für den Begegnungsverkehr mit Rädern zwischen Sparkasse und Eiscafé. Auch stehe der geplante Schutzstreifen nicht im Einklang mit dem Ratsbeschluss aus 2003: "Es sollen hier keine separaten Flächen markiert werden, vielmehr ist eine sanfte Kenntlichmachung vorgesehen."

(RP)