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Wermelskirchen: Büfo will Freibad ,verschenken'

Wermelskirchen : Büfo will Freibad ,verschenken'

Zügige und günstige Auftragsvergaben würde Büfo fürs Freibad Dabringhausen erwarten, wenn es dem Förderverein für einen Euro "verkauft" würde. Der Verein will es nicht, sondern mehr politische Unterstützung.

Das Bürgerforum möchte, dass die Stadt das Freibad Dabringhausen dem Förderverein für einen Euro "verkauft": So fasst Büfo-Sprecher Peter Scheben den Inhalt eines Schreibens zusammen, das er jetzt an die Vorsitzende des Freibad-Fördervereins (FFD), Martina Djenati, geschickt hat. Scheben meint, wenn das Freibad vom Verein geführt werde, dann könnten die Vergaben für große Investitionen weitaus günstiger ausfallen, indem örtliche Unternehmer beschäftigt würden.

Kooperationen eingehen

"Der FFD hätte dann alle Freiheiten, die Reparaturen, den Einsatz der Mitarbeiter und die Aktivitäten in eigener Regie zu organisieren", schreibt Scheben. Im Namen seiner Fraktion verspricht er: "Wir würden uns dafür einsetzen, dass in diesem Fall auch die Stadt einen begrenzten jährlichen Zuschuss beisteuern würde. Die Konsequenz ist dann aber, dass ein Konzept für ein Weiterleben des Freibades in Dabringhausen sehr viel kreativer ausfallen muss als bisher vorgestellt", meint der Büfo-Sprecher. Unter kreativeren Lösungen stelle er sich Kooperationen mit DLRG, THW und Feuerwehr vor, denen Übungen, Trainings, Shows und Events im Freibad angeboten werden könnten. Und er kritisiert: "In dem neuen Freibad-Konzept steht überhaupt nichts Neues drin."

Tatsächlich stehen aber solche Angebote bereits im Konzept des FFD. Scheben meint, man solle daraus auch finanziell einen Nutzen ziehen. Auch dies sieht der FFD aber bereits konzeptionell vor. Der ehemalige FFD-Vorsitzende und derzeitige Vorstandsberater Franz Steuper lehnt die Idee Schebens ab, das Freibad komplett zu übernehmen: "Wir brauchen die Verwaltung vor allem in Person des Bädertechnikers Michael Offermann", betont Steuper. Eine Lösung wie in Dhünn lehne der FFD ab.

Außerdem habe der FFD alljährlich die Vergaben für die Arbeiten im Freibad bereits eigenhändig getätigt und damit viel Geld und Zeit gespart, geht Steuper auf Schebens Vorschlag ein und erläutert: "Wenn sich Verwaltung und Politik um die Auftragsvergaben gekümmert hätten, dann hätten sie Deutschland weit ausgeschrieben werden und Ratsbeschlüsse eingeholt werden müssen. Wir haben aber Leute, die wir kennen, schnell und kostengünstig beschäftigen können", berichtet Steuper.

"Nur große Reden"

Von der Politik sei der FFD enttäuscht, fügt er hinzu. Nach einem Runden Tisch mit dem Regenbogen-Bündnis sei zwar versprochen worden, einen Arbeitskreis mit dem FFD zu gründen: "Wir warten bis heute darauf. Bis auf große Reden zu schwingen, haben die Politiker für uns bisher nichts getan", meint Steuper mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre.

(RP/rl)