Bundestagwahl 2013 in Wermelskirchen: Bosbach macht’s mit Rekordergebnis

Bundestagwahl 2013 in Wermelskirchen : Bosbach macht’s mit Rekordergebnis

Der CDU-Direktkandidat Wolfgang Bosbach holte bei seiner sechsten Kandidatur 58,49 Prozent der Stimmen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Die Wahlbeteiligung lag mit 78,16 Prozent fast exakt auf dem Niveau der Wahlen 2009.

Das erste Foto nach dem Sieg war ein Familienportrait. Wolfgang Bosbach (CDU) kam gegen 19 Uhr, betrat unter lautem Applaus seiner Unterstützer das Kreishaus in Bergisch-Gladbach und posierte sogleich mit Ehefrau Sabine und den drei Töchtern Caroline, Natalie und Viktoria vor den Kameras. Vor allem Freude, aber auch Müdigkeit und Anstrengung waren dem 61-Jährigen ins Gesicht geschrieben. "Das ist mit Abstand der schönste Moment in meiner politischen Karriere", sagte er.

Bereits eine Stunde vorher war nach den ersten Hochrechnungen aus dem Wahlkreis klar: Bosbach macht's noch einmal - und das mit seinem bisher besten persönlichen Ergebnis. Mehr als 58 Prozent der Stimmen holte der Direktkandidat in seiner Heimat. Der glückliche Sieger mahnte angesichts einer möglichen absoluten Mehrheit seiner Partei im Bundestag im Gespräch mit der BM zur Vernunft: "Diese knappe absolute Mehrheit wäre ein Hochseilakt. Dann darf niemand ausfallen, niemand krank werden." Koalitionsverhandlungen mit anderen Parteien seien bei dieser Ausgangslage allerdings ebenfalls schwierig. "Das Ergebnis hat Tücken", fasste Bosbach zusammen.

Der Verlierer des Wahlabends hieß Dr. Peter Ludemann. Nachdem der 67-Jährige mit nur 1,7 Prozent der Stimmen im Kreis zunächst eine persönliche Niederlage einstecken musste, galt es, auch angesichts des geradezu sensationell schlechten Ergebnisses der Bundes-FDP tapfer zu bleiben. "Unsere schlechte Leistung zu Beginn der Legislaturperiode und die Personalquerelen haben uns geschadet", analysierte er, versprach aber zugleich auch: "Wir kommen wieder:"

Michael Zalfen, Direktkandidat der SPD, kam mit Ehefrau Jeanette Koschmieder, die mit SPD-roter Bluse ein Zeichen setzte. "Als 1.FC Köln-Fan ist man Leiden gewohnt", kommentierte Zalfen sein Abschneiden im Kreis mit 25 Prozent. Auch über die Landesliste wird er nicht in den Bundestag einziehen, dort steht er nur auf Platz 48. Dem Ergebnis auf Bundesebene konnte er jedoch durchaus auch Positives abgewinnen. "Wir haben immerhin der CDU den Juniorpartner geklaut", sagte Zalfen und kündigte im Anschluss an, für eine erneute Kandidatur zur Verfügung zu stehen. Einer großen Koalition würde er nicht zustimmen. "Ich denke, dass das auch die meisten anderen SPD-Mitglieder so sehen und beim Parteikonvent dementsprechend abstimmen werden", sagte er.

Martin Haase, Kandidat der "Alternative für Deutschland" (AfD), zitterte im Kreishaus um den Einzug seiner Partei in den Bundestag, die bis zum Redaktionsschluss zwischen 4,8 und 4, 9 Prozent schwankte. "Eins ist klar: Es gibt nur zwei Gewinner dieser Wahl, die AfD und die CDU", sagte er. Er habe sich jedoch "ein, zwei Pünktchen" mehr gewünscht. Maik Außendorf (Grüne) sah sein Ergebnis - 6,9 Prozent - mit einer Spur Resignation. "Bei knapp 60 Prozent für Wolfgang Bosbach bleibt für die anderen eben einfach nicht mehr viel übrig", sagte er. Schuld am Abschneiden der Grünen sei ganz klar die Pädophilie-Debatte der vergangenen Tage.

Grischa Bischoff, Kandidat der Linken aus Leichlingen, verbrachte den Wahlabend nicht im Kreishaus. Wolfgang Bosbach feierte später mit seinen Wahlhelfern in Odenthal weiter. Und auch die nächsten Tage hat er bereits verplant: "Heute wird gefeiert, morgen wird ausgeschlafen und ab Dienstag wird für ein tolles Ergebnis bei den Wahlen 2017 gekämpft."

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