Wermelskirchen: "Blaue Engel" sind eine große Familie

Wermelskirchen: "Blaue Engel" sind eine große Familie

Der THW-Ortsverband ist gut aufgestellt, 45 Helfer engagieren sich. Neuzugänge sind aber immer gerne gesehen.

Die Männer des Technischen Hilfswerks (THW) werden oft als "Blaue Engel" bezeichnet. Mit ihren blauen Einsatzfahrzeugen und ihren blauen Arbeitsanzügen sind sie überall im Einsatz, wo Hilfe benötigt wird. Organisatorisch gehört das THW zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Inneren. Doch nur ein Prozent der Mitarbeiter sind hauptamtlich für die Behörde tätig.

"Für mich ist es eine Art Hobby", sagt Niklas Dahlke vom THW-Ortsverband Wermelskirchen. Er ist als "Schirrmeister" verantwortlich für Fahrzeuge und deren technische Ausrüstung.

"Der Ortsverband ist wie eine Familie. Ich fühle mich hier wohl. Und wenn Hobby und eine gute Tat zusammenkommen, ist das doch eine gute Sache", findet Dahlke. "Der Ortsverband ist gut aufgestellt", ergänzt Thomas Zimmermann, stellvertretender Ortsbeauftragter, im Gespräch mit der BM.

Doch auch das THW habe das Ende der Wehrpflicht im Juli 2011 und den damit verbundenen Wegfall des Zivildienstes zu spüren bekommen. Junge Männer, die nicht zur Bundeswehr wollten, konnten sich bei einem Hilfsdienst wie Feuerwehr, Rotes Kreuz oder eben auch beim THW für vier Jahre verpflichten und dort ihren Ersatzdienst leisten. "Ganz viele, die das THW über den Ersatzdienst kennengelernt haben, sind auch dabei geblieben", betont Zimmermann.

  • Wermelskirchen : Zusammen den Katastrophenfall üben

45 Aktive sind heute im Ortsverband im Einsatz, davon 25 bis 30 Jugendliche. Zimmermann freut sich, dass im vergangenen Jahr sogar sieben Neue hinzugekommen sind. Ab einem Alter von zehn Jahren könne man dabei sein. Jugendliche treffen sich zweimal im Monat, für die Erwachsenen ist an einem Samstag Dienst. Nach einer Grundausbildung folgt die Fachausbildung, danach heißt es üben, üben, üben.

Als Richtwert gilt eine Einsatzdauer von 120 Stunden pro Jahr. Hinzukommen natürlich die "richtigen" Einsätze. Der letzte Großeinsatz war Pfingsten 2014, als ein Sturm über NRW hinwegzog. "Wir waren in Essen im Einsatz", sagt Zimmermann. Ganz lange Einsätze seien jedoch selten. Im Rheinisch- Bergischen Kreis gibt es viele Ortsverbände, und so werden die ehrenamtlichen Helfer meist schnell abgelöst. Wenn nichts zu tun ist, ist es am besten. Denn dann habe es keine Katastrophen gegeben. Dennoch ist das Technische Hilfswerk immer in Bereitschaft.

Wie alle Vereine und Verbände spürt auch das THW die Veränderung in Schule und Beruf. "Die jungen Leute sind durch Nachmittagsunterricht mächtig eingebunden, auch die Bereitschaft und das Verständnis der Arbeitgeber könnten teilweise besser sein", meint Zimmermann. "Wermelskirchen würde sich umgucken, wenn wir uns die Ehrenamtlichen wegdenken."

Dass viele mitmachen, liege auch an der guten Stimmung und an der Kameradschaft im Ortsverband. "Alle, die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen", sagt Zimmermann. Unter Tel. 0162 1371710 sei immer jemand zu erreichen.

(wsb)
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