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Bienenparadies auf dem Friedhof in Wermelskirchen

Neues aus dem Umweltausschuss : Bienenparadies auf dem Friedhof

Der Antrag der Grünen, das künftig bei allen Neubauten Photovoltaikanlagen Pflicht werden, fand im Ausschuss für Umwelt und Bau keine Mehrheit. Dafür aber die insektenfreundlichen Blühwiesen auf dem Waldfriedhof.

Eine Pflicht für Photovoltaikanlagen auf allen geplanten Neubauten in der Stadt wird es nicht geben. Ein entsprechender Antrag der Grünen ist im Ausschuss für Umwelt- und Bau abgelehnt worden. Die Idee, die dahinter steckte, fand zwar bei vielen Politikern Anklang, aber für eine Mehrheit reichte es nicht. Durch das kreisweite Klimaschutzkonzept muss der Strombedarf nach und nach durch erneuerbare Energien ersetzt werden. „Laut Konzept müssen bis 2030 insgesamt 80 Prozent der Potentialfläche mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet sein“, erläuterte Hans-Jürgen Klein, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen, den Antrag, dass die Verwaltung prüfen soll, ob auf dem Dach der geplanten Sekundarschule eine solche Anlage installiert werden kann. Gegebenenfalls sollten auch die Mehrkosten geprüft werden, falls die Dachkonstruktion für eine Photovoltaikanlage verstärkt werden müsste. Davon riet Thomas Marner, Technischer Beigeordneter, ob der Kosten allerdings sofort ab. Allerdings stellte er auch gleich klar, „dass wir natürlich ökologisch weiterdenken und aktuell ohne Photovoltaikanlagen gar nicht auskommen“. Sowohl Gebäude als auch Standort müssten jedoch dafür geeignet sind.

Der Plan der Grünen, ab sofort bei allen Baugenehmigungen verbindliche Photovoltaik vorzuschreiben, fand jedoch keinen Anklang. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum in der Stadt und da macht es keinen Sinn, diese Anlagen in Neubaugebieten vorzuschreiben, weil es für junge Familien viel zu teuer wird“, sagte Dr. Bernhard Meiski, CDU, und fügte hinzu: „Zumal wir hier im Bergischen auch nicht gerade von der Sonne geküsst sind.“ Dem widersprach Klein zwar mit der Begründung, dass sich die Anlagen auf Dauer rechnen würden, fand aber dennoch keine Mehrheit. Etwas verschnupft reagierte er dann auch auf den Antrag der Fraktionen von CDU und Bürgerforum, dass bienenfreundliche Blühwiesen auf dem Gelände des Waldfriedhofs ausgesät werden. Nicht wegen der Idee, sondern, „weil wir bereits 2015 einen Antrag auf Grünstreifen-Begrünung gestellt haben, der nicht bearbeitet wurde“, erinnerte Klein in der Sitzung. Womöglich, weil es damals nur um „Grünflächen allgemein“ und nicht einen genau benannten Bereich ging, mutmaßte Harald Drescher, Leiter des Tiefbauamtes, der nun mit seinem Team prüfen wird, welche Flächen auf dem Friedhof, auf denen keine Gräber sind, insektenfreundlich begrünt werden.