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Wermelskirchen: Bewährungsstrafe nach Sozialbetrug

Wermelskirchen : Bewährungsstrafe nach Sozialbetrug

Sozialamtsbetrug kommt immer ans Tageslicht. Das sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Denn Arbeitnehmerbeschäftigungen werden mit den entsprechenden staatlichen Versorgungsstellen abgeglichen. So auch im vorliegenden Fall, den das Amtsgericht Wermelskirchen verhandelte. Ein 33-Jähriger war angeklagt, in drei Fällen über einen Zeitraum von sechs Monaten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen zu haben, ohne sie dem Arbeitsamt zu melden. Er bezog trotz dieser Beschäftigungen zunächst weiter Arbeitslosengeld.

Der Schaden: 3162 Euro. Der Richter wollte wissen, ob der Vorwurf der Staatsanwältin der Wahrheit entspreche. "Die Anklage ist korrekt", sagte der Mann mit gesenktem Kopf. "Ich habe mich komplett falsch verhalten." "Wenn Sie es wussten, warum haben Sie Ihre Beschäftigung nicht mitgeteilt?" Es entstand eine längere Pause. "Ich wollte, dass es uns einmal ein paar Monate lang besser geht." Ehrlicher kann man nicht sein, schien das Gericht zu denken. Der Mann hat drei Kinder im Alter von zwölf, fünf und drei Jahren zu versorgen. Der vierte Sprössling ist zehn Wochen alt.

"Haben Sie die Rückzahlung des Schadens begonnen?", fragte der Richter. "Ja, in Monatsraten von 30 Euro". Mehr ginge nicht. Die Staatsanwältin berücksichtigte in ihrem Antrag aber zugunsten des Angeklagten, dass er voll geständig sei und bereits damit begonnen habe, den Schaden wiedergutzumachen. Sie forderte eine Geldstrafe von 900 Euro, deren Bezahlung gegen eine Bewährungszeit von zwei Jahren ausgesetzt werden soll. Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwältin.

(bege)