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Betrüger kommt vorm Wermelskirchener Amtsgericht mit blauem Auge davon

Amtsgericht in Wermelskirchen : Betrüger kommt vor Gericht mit blauem Auge davon

Der Angeklagte hatte im Dezember 2017 einen Fitness-Timer für 1750 Euro bei der Online-Verkaufsplattform eBay angeboten, ohne das Gerät überhaupt gehabt zu haben.

Wenn zum eigenen Fehlversagen auch noch wirtschaftliches Pech dazu kommt, wird es in der Regel eng. Diese Erfahrung musste ein 39-jähriger Wermelskirchener machen, der zum wiederholten Mal vor dem Amtsrichter stand. Pikanterweise wegen des gleichen Vergehens.

Der Angeklagte hatte im Dezember 2017 einen Fitness-Timer für 1750 Euro bei der Online-Verkaufsplattform eBay angeboten, ohne das Gerät überhaupt gehabt zu haben. Der Kunde hatte zunächst 1000 Euro anbezahlt, einige Tage später dann die restlichen 750 Euro.

Als der Betrug aufgeflogen war, landete der Fall vor dem Amtsgericht. „Ich habe die erste Verhandlung mit sehr viel gutem Willen eingestellt. Jetzt sitzen Sie wieder hier, weil Sie das Geld nicht ganz zurückgezahlt haben. Was ist denn da passiert?“, wollte der Richter wissen.

Der Angeklagte zeigte sich geknickt, sagte, er habe die ersten 600 Euro zurückgezahlt. Danach habe aber das Unternehmen Insolvenz angemeldet, bei dem er damals gearbeitet hatte. „Ich konnte dann nicht mehr weiter zurückzahlen. Wenn die Insolvenz nicht gewesen wäre, dann wäre das alles nicht passiert“, sagte der Angeklagte.

Der Richter wollte das aber nicht als einzige Entschuldigung stehen lassen. „Ich habe Sie angeschrieben, als die weiteren Zahlungen ausblieben. Sie haben darauf aber einfach nicht reagiert – und vor allem nicht weiter an den Geschädigten zurückbezahlt“, sagte der Richter.

Der 39-Jährige zeigte sich sehr geknickt. „Ich bin natürlich willens, die Rückzahlung fortzusetzen. Ich kann gerne jede Woche zu Ihnen kommen und den Überweisungsbeleg vorlegen“, sagt er. Er könne im Moment 50 Euro pro Woche aufbringen, da er wieder einen neuen Job in der Gastronomie gefunden habe.

Darauf ließen sich Richter und Staatsanwältin ein, auch wenn der Richter deutlich machte: „Normalerweise stelle ich kein Verfahren zum zweiten Mal ein.“ Die Staatsanwältin ergänzte: „Wir erwarten die wöchentlichen Belege. Das muss jetzt funktionieren!“