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Bergischer Schnellbus kommt Ende 2022

Öffentlicher Personennahverkehr in Wermelskirchen : Bergischer Schnellbus kommt Ende 2022

Überraschende Wende in der Schnellbus-Diskussion: Landrat Stephan Santelmann hat als Verbandsvorsteher des Nahverkehrs Rheinland zusätzliche Mittel vom Verkehrsministerium NRW bekommen. Vorerst startet die SB 24.

Damit hatte niemand in der Diskussion um die Schnellbuslinie 24 und den bergischen Schnellbus gerechnet: Der Rheinisch-Bergische Kreis verkündet am Donnerstag, dass schon zum Fahrplanwechsel Ende 2022 ein bergischer Schnellbus zwischen Wipperfürth über Wermelskirchen bis Leverkusen fahren wird. Er dürfte dafür sorgen, dass sich die Fahrtzeit zwischen Wermelskirchen und Köln deutlich verringert.

Der bergische Schnellbus war konzeptionell von Oberbergischen Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und der Stadt Leverkusen geplant. Mit Fördermitteln aus dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland sollte fünf Jahre das Projekt finanziell gefördert werden. Im Juni 2020 waren dann aber schon die Fördermittel an die vorliegenden Anträge verteilt worden; aus Rheinisch-Bergischen Kreis lag noch keiner vor. Die Kreisverwaltung hielt nach wie vor die Politiker bis 2021 in dem Glauben, dass Fördermittel aus diesem Topf fließen könnten; erst nach Fristende im Frühjahr hieß es dann, es gebe keine Mittel mehr. Nach Recherchen der Bergischen Morgenpost wurde dann bekannt, dass die Mittel schon im Juni 2020 verteilt worden waren – darüber war auch die Kreisverwaltung informiert.

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Die Einrichtung des bergischen Schnellbusses ist möglich, da das Verkehrsministerium des Landes NRW auf Betreiben von Landrat Stephan Santelmann in seiner Funktion als Verbandsvorsteher des NVR über eine Erhöhung der ÖPNV-Pauschale zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt. In Gesprächen mit dem Land und dem Verkehrsministerium gelang es dem NVR, eine erhöhte Mittelzuweisung zu erzielen. „Für die konstruktiven Gespräche mit Verkehrsminister Hendrik Wüst und NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek bin ich sehr dankbar“, so Santelmann. „Diese zusätzlichen Mittel tragen im gesamten Raum des NVR zu einer Steigerung der Attraktivität des ÖPNV bei. Allein der bergische Schnellbus wird jährlich etwa eine Million zusätzliche Buskilometer fahren.“ Über die Kreis- und Kommunalgrenzen hinweg solle die Schnellbuslinie die bestehende Straßeninfrastruktur entlasten und eine bessere und klimafreundlichere Verkehrsanbindung an die Zentren der Rheinschiene ermöglichen, so der Landrat in einer Presseerklärung. „Damit tragen wir heute schon zur Mobilitätswende bei.“

Dieses neue und zusätzliche Angebot eines bergischen Schnellbusses ab Ende 2022 hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) in ihrer Sitzung am 7. Oktober beschlossen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wird zunächst die Schnellbuslinie 24 zwischen Wermelskirchen (Busbahnhof) und Leverkusen als Vorläufer des bergischen Schnellbusses eingerichtet. Diese Linie wird interimsweise bis zum Fahrplanwechsel zur Jahreswende 2022 vom Raiffeisenplatz in Hilgen ohne Zwischenhalt bis zum Busbahnhof in Wermelskirchen verlängert und wird dann auf diesem Teilstück durch den bergischen Schnellbus ersetzt.

Dieser fährt zwischen Wipperfürth und Leverkusen insgesamt vier Haltestellen im nördlichen Kreisgebiet an.

Durch die zusätzlichen Fördermittel kommen gut ausgestattete Fahrzeuge zum Einsatz. Die Schnellbusse, die im Dezember 2022 starten, sind beispielsweise klimatisiert und mit USB-Lademöglichkeiten sowie WLAN ausgestattet. Dies lädt neben attraktiven Reisezeiten zu einem Umstieg auf Bus und Bahn ein, so der Kreis.

„Gemeinsam mit der Stadt Leverkusen und dem Oberbergischen Kreis wurde ein Vorzeigeprojekt zur Einrichtung einer Schnellbuslinie auf den Weg gebracht. Es freut mich sehr, dass es nun gelungen ist, zusätzliche Fördermittel zu akquirieren. Durch den bergischen Schnellbus können umfangreiche Verbesserungen im nördlichen Kreisgebiet des Rheinisch-Bergischen Kreises erreicht werden“, so die Kreis-Dezernentin Elke Reichert aus Bergisch Gladbach.