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Beim Walderlebnistag die Urkraft der Bäume gefühlt​

Kirchenkreis Lennep mit Aktionstag : Beim Walderlebnistag die Urkraft der Bäume gefühlt

Im Rahmen des Schöpfungsjahres lud der evangelische Kirchenkreis Lennep am Wochenende ein, um mehr über die Bedeutung des Waldes für Mensch und Umwelt zu erfahren.

Wie riecht und schmeckt ein Wald? Dieser Frage stellten sich am Samstagvormittag rund 20 Teilnehmer des Walderlebnistages des Kirchenkreises Lennep und gingen gemeinsam mit dem Naturerlebnis-Pädagogen Christoph Diefenbach vom Gemeindehaus im idyllisch gelegenen Eipringhausen auf Erkundungstour. „Wir haben Wildkräuter probiert und versucht, den Wald bewusst wahrzunehmen“, berichtete Pfarrer Manfred Jetter. Jeder für sich lief im Stillen in den Wald hinein, sog die Ruhe auf und erlebte einen inneren Frieden. „Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Wald und die Waldluft einen positiven Effekt auf Geist und Körper haben“, erfuhren die Teilnehmer vom Fachmann. Überwinden mussten sich einige, als sie einen Baum umarmen sollten. „Es ist ungewöhnlich, viele haben noch nie einen Baum vorher umarmt. Aber einige berichteten hinterher, dass sie eine besondere Urkraft gefühlt haben“, berichtet Jetter weiter.

Nach einer kleinen Andacht im Wald und einer ordentlichen Stärkung im Gemeindehaus ging es für die Gruppe weiter nach Halzenberg, wo sie sich mit den Ökosystemfunktionen eines Waldes auseinandersetzten und schließlich in einem kleinen Privatwald selbst Hand anlegten. „Wir haben erfahren, welche Schutzfunktionen der Wald für unser Grundwasser und unsere Luft übernimmt, dass er als eine Art Filter fungiert und somit überlebenswichtig für uns Menschen ist. Wir sollten daher achtsamer mit ihm umgehen“, urteilte Jetter.

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Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre in Kombination mit dem Borkenkäfer hätten den heimischen Wäldern stark zugesetzt. Vielerorts war ein Kahlschlag notwendig. „Im Zuge des Klimawandels ist es daher wichtig, einen Wald künftig mit verschiedenen Baumsorten wieder aufzuforsten, die gegenüber den veränderten Klimabedingungen aber auch gegenüber Schädlingsbefall resistenter sind“, berichtete der Pfarrer. Die Monokultur etwa eines in unseren Breitengraden so häufig vorkommenden Fichtenwaldes seien nicht mehr förderlich. Deswegen legten die Teilnehmer in Halzenberg schließlich selbst Hand an und pflanzten in dem kleinen Privatwald als Maßnahme zur Wiederaufforstung 16 neue Bäume – acht Hainbuchen und acht Rotbuchen. „Wir haben das genommen, was wir noch kriegen konnten“, berichtet Manfred Jetter achselzuckend. „Die Baumschulen sind leergekauft.“ Gefreut habe sich die Gruppe über die Spende der Baumschule Bosman, die kurzerhand einen Baum kostenlos dazugegeben habe.

Die gute Resonanz und das erlebte Gruppengefühl während an diesem Tag habe Jetter dazu ermutigt, in naher Zukunft erneut einen solchen Walderlebnistag anzubieten. „Wir hatten Teilnehmer aus Köln, Wermelskirchen, Remscheid und Hückeswagen. Viele von ihnen haben schon gesagt, dass es keine einmalige Aktion sein darf. Wir haben auch schon Ideen für Folgeaktionen, wie etwa Kooperationen mit Waldbauern, zu denen wir jetzt Kontakt aufnehmen wollen“, so Jetter.