Ansichtssache: Bei Klimaerwärmung und Mobilität muss die Stadt wach werden

Ansichtssache: Bei Klimaerwärmung und Mobilität muss die Stadt wach werden

Zukunftsvisionen verkündigt der junge CDU-Vorsitzende. Ob es wirklich die Schiene wird, muss man abwarten. Aber wer sich nicht heute dazu Gedanken macht, verliert. Und das ist nicht gut.

Visionen sind wichtig. Denn ohne Visionäre würde man sich noch in der Vergangenheit aufhalten. Junge Leute wie Christian Klicki müssen einfach visionär denken. Denn es ist die Zukunft seiner Generation und deren Kinder, über die schleunigst heute, besser gestern, nachgedacht werden sollte.

Klimaerwärmung, Mobilität - vor 20, 30 Jahren lächelte man darüber. Wer nicht mit dem Auto zur Arbeit kam, wurde schief angelächelt. Ein ewig Gestriger. Doch heute wären wir froh, wenn wir nicht so viel Zeit unserer begrenzten Lebenserwartung in Staus verbringen würden auf dem Weg zur Arbeitsstätte. Was wir allein da in die Atmosphäre verpulvern, lässt einem graue Haare wachsen - falls man die nicht sowieso schon hat. Deshalb ist der Vorstoß mit dem Schienenanschluss gut. Es muss keine Schiene sein, auf der künftige Transportmittel sich bewegen. Aber der Öffentliche Personennahverkehr wird, besonders in die Ballungszentren, wo es viele Arbeitsplätze gibt, in den Fokus rücken. Der Schnellbus nach Köln ist eine Option. Und wenn erst am Leverkusener Kreuz gebaut wird, sind wir froh, wenn wir nicht auf die Autobahn müssen.

Es ist geschafft, werden die Karnevalshasser sagen. Schade, die Session war so kurz, werden die Jecken stöhnen. Karneval hat sich in Wermelskirchen etabliert. Dank den Dabringhausenern und den Dhünnschen. In der Diaspora Innenstadt ist es dann fast nur noch peinlich. Ein Rathaussturm, schön intern versteckt vor der Öffentlichkeit, damit man anschließend intern weiterfeiern kann - so geht es nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Hier ein bisschen und da ein bisschen ist nicht Karneval. Aber der Bürgermeister kann ja noch zwei Jahren üben.

Die Witte Firmengruppe expandiert. Witte wer? Die Frage ist berechtigt, denn der Name taucht in Wermelskirchen bisher eigentlich nicht auf. Dahinter verbirgt sich unter anderem Wolfgang Schmitz-Heinen, Besitzer vom Hof Eifgen und vom Spatzenhof. Und neuerdings von der Telegrafenpassage. Zurzeit hat die Firmengruppe ihre Büroräume an der Dabringhauser Straße. Die Firmenverwaltung braucht Platz. Und da steht nach wie vor im Raum, dass die Telegrafenpassage komplett als Bürogebäude umgebaut wird. Für den Eigentümer sicher ein nachvollziehbarer Schritt, für die Innenstadt aber ein Schritt zurück. Es wird Zeit, dass nach gut einjährigen Leerstand mal ein Signal kommt, wie es weitergeht.

Der Dorfladen lebt weiter. Die Nahversorgung dürfte damit gesichert sein. Das neue Pächterpaar investiert - bleibt zu hoffen, dass die Erwartungen nicht enttäuscht werden. Denn so ein Geschäft lebt von den Einheimischen. Nur mal Milch, Zucker oder Eier einzukaufen, und den Rest bei den Discountern - das reicht nicht. Hier muss ein Umdenken einsetzen und das Engagement des Paares auch gewürdigt werden. Gleichzeitig muss Regionales auf den Tisch - so wie er es versprochen kann. Dann kann das Konzept aufgehen. Es wäre wünschenswert. Denn ohne Dorfladen - oder wie das Geschäft künftig auch immer heißen wird - degeneriert ein Dorf zum Schlafort.

(RP)