Konzert im Haus Eifgen Auf dem US-Highway nach Wermelskirchen

Wermelskirchen · Das Hamburger Quintett „Stone Water“ brachte seinen wunderbar sympathischen Blues-Rock-Sound ins Haus Eifgen. Das Publikum tanzte zum unwiderstehlichen Groove oder nickte zumindest anerkennend mit.

 Die Band „Stonewater“ gastierte im Haus Eifgen.

Die Band „Stonewater“ gastierte im Haus Eifgen.

Foto: Lea Westphal/Veranstalter/Lea Westphal

Wer dem Quintett „Stone Water“ beim Konzert im Haus Eifgen zuhörte, käme nicht darauf, dass die Band nicht aus den Südstaaten oder dem Mittleren Westen der USA stammte – sondern aus dem vermeintlich immer grauen Hamburg. Denn die Klänge, die da in wuchtiger Lautstärke von der Bühne kamen, atmeten so sehr den Spirit von Bands wie Neil Young‘s „Crazy Horse“, Tom Petty, „Lynyrd Skynyrd“ oder den „Black Crowes“, dass es eine wahre Freude war. Und dass man durchaus kurz und überrascht innehalten musste, wenn Sänger Robert sich zwischen den Songs nicht im breiten US-Amerikanisch ans beeindruckte Publikum wandte.

Das zeigte einmal mehr, dass Musik eben keine Nationalitäten kannte, dass es nur gute oder nicht so gute Songs gab, die dem einem gefielen und dem anderen nicht. Ob „Stone Water“ das im Sinn hatten, als sie ihr Debütalbum im Hamburger Schalltona-Studio aufgenommen hatten, spielte indes keine Rolle. Wichtig war, dass jeder – egal, ob auf der Bühne oder davor – eine tief bluesgetränkte Auszeit gut gebrauchen konnte. Und die servierte das Quintett in angenehm satter Lautstärke und mit viel Spielfreude im Gepäck. Die Songs des Debütalbums „Make Me Try“ wurden von einer Formation dargeboten, die sichtlich hungrig auf jede Minute Spielzeit wirkte. Die nicht nur mehrstimmige Refrains präsentierte, sondern auch vor einem wuchtigen Schlagzeugsolo in bester 1970er-Jahre-Manier nicht zurückschreckte und dieses zu einem ausgiebigen Jam-Teil weiterentwickelte. „Sweet Charms“ war ein Song, der einen sirenengleich in den Bann zog, genau wie „Fade Thee Well“ oder „Second Floor“.

Es war erfrischend, einer noch vergleichsweise jungen Band zuzuhören, die nicht auf den modernen Musikzug aufspringen wollte, sondern mit Herzblut auf dem US-Highway auch nach Wermelskirchen unterwegs war. Und dabei vor Kollateralschäden keine Bange hatte – wie etwa im stampfenden Bluesrocker „You Wreck Me, Baby“ besungen.

Das Ganze kam beim zahlreich erschienenen Publikum auch entsprechend gut an. Da wurde zum unwiderstehlichen Groove getanzt oder zumindest anerkennend mitgenickt, der Applaus hingegen war durchgängig kräftig und spornte wiederum die Musiker an, die schon am zweiten Tourtag, der sie ins Bergische geführt hatte, ihre Bereitschaft äußerten, gemeinsam durch das von den „Black Crowes“ beschriebene „Thick ‘N Thin“ zu gehen. Es dürfte nicht verwundern, wenn von dieser großartigen Combo noch viel zu hören sein wird. Dann werden sich die Eifgen-Besucher daran erinnern, wo sie den „Awful Blues“ seinerzeit zum ersten Mal gehört hatten.

(wow)
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