Band Jokebox gibt ein Abschiedskonzert in Pohlhausen

Abschied von Jokebox : „Jokebox“ begeistert mit Abschiedstönen

Beim drittletzten Auftritt der Cover-Rock-Helden in Wermelskirchen waren rund 350 Zuschauer zum Vereinsheim „Treff am Silberberg“ in Pohlhausen gekommen. Und sie erlebten dort eine Band in Bestform.

Bis der wirklich allerletzte Vorhang für die Wermelskirchener Originale von „Jokebox“ fallen wird, ist es noch einige Zeit hin – sieben Konzerte gibt es noch bis Ende des Jahres. Am Freitagabend gab es beim 24. Open-Air-Konzert des Tura Pohlhausen indes für die zahlreichen Fans der achtköpfigen Cover-Band indes einen kleinen, irgendwie bittersüßen Vorgeschmack auf das Ende, das mit den beiden „Schicht-im-Schacht“-Konzerten in der Kattwinkelschen Fabrik am Freitag, 9., und Samstag, 10. November, unweigerlich kommen wird.

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Bei bestem Sommerwetter drängten sich oberhalb des Sportplatzes am Vereinsheim „Treff am Silberberg“ in Pohlhausen knapp 350 Zuschauer, die sich über ein Drei-Stunden-Set der Band um Sänger und Bandkopf Ralf Becker freuen durften. Es war beileibe nicht der erste Auftritt von „Jokebox“ in Pohlhausen, wohl aber der letzte, wie Becker sagte: „Die Party- und Stadtfestband ‚Jokebox’ wird es mit 99-prozentiger Sicherheit ab Mitte November nicht mehr geben.“ Wobei er nicht ausschließen wollte, dass man sich in anderer Formation auch wieder auf die Bühne begeben würde. „Wir wollen aber jetzt aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagte Becker.

Umso schöner war es, das Konzert in gemütlicher Atmosphäre und bei trockener und warmer Witterung genießen zu können. Und die Band war bestens gelaunt. Von Abschiedsschmerz oder einem Gefühl der Götterdämmerung war nichts zu merken, ganz im Gegenteil. Becker: „Wir erleben in diesem Jahr eine echte Euphorie bei unseren Auftritten.“ Klar, der Katzenjammer könne noch kommen. „Wenn erst einmal der letzte Ton verklungen ist, kommt da bestimmt was. Aber im Moment ist das alles einfach nur großartig“, sagte Becker.Und das war auch den restlichen Bandmitgliedern anzumerken. Sei es Keyboarder Peter Schlett, der bei Songs wie Nenas „99 Luftballons“ oder Kid Rocks „All Summer Long“ tolle Akzente setzte. Oder die beiden Gitarristen Peter Nica und Dirk Mies, die eher in den beiden späteren Sets bei den rockigen Songs wie Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ oder dem „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“ ihre Momente hatten. Aber auch beim Rock‘n‘Roll-Klassiker „Johnny B. Goode“ im ersten Set konnten es die Gitarristen bereits ordentlich krachen lassen. Die stoisch-souveräne Basis lieferten Schlagzeuger Stephan Jung-König und Bassist Jörg Kröck.

Die Instrumentalisten gehörten zu einem „Jokebox“-Auftritt wie die Butter aufs Brot, aber das Sahnehäubchen waren einmal mehr die beiden Sängerinnen Steffi Steglich und Verena Köplin, die den ebenso hübschen wie schön klingenden Kontrapunkt zu Beckers Gesang setzten.

Köplin, seit 2015 dabei, und Steglich, die erstmals 2003 in Hückeswagen zum Mikro griff, hatten im „Jokebox“-Kontext nicht nur das Mikro in der Hand, sondern auch ihre Stimmen im Griff. Ob das kräftig und voluminös wie bei „Digging In The Dirt“ von Stefanie Heinzmann war, das von Köplin hervorragend dargeboten wurde, oder eher zart, wie beim tollen Duett in „Time Of Your Life“ aus dem Film „Dirty Dancing“, das von Steglich und Becker genauso leidenschaftlich wie einst von Jennifer Warnes und Bill Medley präsentiert wurde – das war schon ganz großes Musikkino, was die Band präsentierte. Da war es dann doch da, das Gefühl einer gewissen Traurigkeit: „Schade, dass das nun nur noch ein paar Mal zu sehen sein wird.“ Dass das nicht einseitig war, hörte man im Gespräch mit Becker am Bühnenrand. „Das war eine verdammt lange Zeit, 27 Jahre dabei gewesen sein zu dürfen, das ist selten“, sagte der Bandkopf nachdenklich. Für die Fans gab Becker aber wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer mit auf den Weg: „Jeder von uns macht irgendwie weiter. Die Musik verbindet uns auf jeden Fall – auch jenseits von ‚Jokebox‘.“

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