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Wermelskirchen: Bald freie Fahrt für Radfahrer auf der Dellmannstraße?

Wermelskirchen : Bald freie Fahrt für Radfahrer auf der Dellmannstraße?

Die Dellmannstraße in Wermelskirchen, die als Bundesstraße 51 als Umgehungsstraße gebaut wurde und dient, wird mittelfristig zur Landesstraße abgestuft. Die Stadt Wermelskirchen hat dieses Verfahren jetzt beschleunigt, um für die Loches-Platz-Planungen freie Hand zu bekommen (BM berichtete).

Radfahrer haben diese Berichterstattung nun aufgegriffen; im Internet wird jetzt eine Variante diskutiert, die sicher auch in Wermelskirchen für Gesprächsstoff sorgen dürfte: Die Nutzung einer Landstraße auch für Radfahrer. Wenn die Dellmannstraße bald nur noch Landstraße ist, dann könnte sie doch eigentlich für Radfahrer freigegeben werden. Oder, noch besser, es könnte ein Radweg eingerichtet werden: So jedenfalls lautet der Vorschlag in einem Leserkommentar von Volker Groß auf RP-Online.

Er wohne seit fast acht Jahren in Wermelskirchen und sei aktiver Tourenradfahrer. "Die Dellmannstraße ist die beste Verbindung, vom Westen der Stadt in den Osten zu gelangen", sagt er. Für sich sieht er keine Gefahr, weil Fahrzeuge dort Tempo 70 fahren dürfen. "Meist sind die sowieso nicht so schnell, weil sie vor einer roten Ampel stehen. Außerdem fahre ich auch auf der Landstraße 101 - da ist teilweise Tempo 100 erlaubt." Mit Familie würde er sicher nicht auf der Umgehungsstraße radeln.

Auf diesen Vorschlag angesprochen, ließ der Technische Beigeordnete Dr. André Prusa mitteilen, dass die Stadtverwaltung die Idee aufgreifen und dem Fachausschuss mündlich weitergeben werde. Differenzierter äußerte sich gestern ADFC-Sprecher Frank Schopphoff. Grundsätzlich könnte eine Bundesstraße freigegeben werden, meinte er. Nur, bezogen auch auf Wermelskirchen, sagte Schopphoff: "Die Öffnung der Dellmannstraße ist nicht mit meinem Sicherheitsverständnis zu vereinbaren." Denn: Eine L 51 hätte nur einen anderen Status; Auto- und Lkw-Fahrer sollten zügig auf der Umgehungsstraße vorankommen. "Tempo 70 wird da sicher nicht verringert." Für eine Familie mit Kindern sei daher eine Landstraße nicht geeignet. Da müsste sie schon so ausgebaut sein wie in Dabringhausen - also mit einem Geh-/Radweg, getrennt mit Grünstreifen von der Fahrbahn. "Die B51, und künftig die L 51, ist eine innerstädtische Entlastungsstraße. Und das soll sie auch bleiben." Ob sie freigegeben werde könne für Rennradfahrer, sei sicher eine andere Entscheidung. Aber das müsse man sehen, wenn die L 51 einige Jahre mal zurückgestuft sei. Aktuell sieht er keine Alternative, als die Radfahrer, und vor allem auch Familien mit Kindern, sicher durch die Innenstadt zu führen.

(RP)