Wermelskirchen: Auszeichnung für jungen Tischler

Wermelskirchen : Auszeichnung für jungen Tischler

Auf diesen Schuhschrank kann Tim Helfrich besonders stolz sein: Als Gesellenstück hat der 19-Jährige einen Schrank in Form eines riesigen Schuhkartons gefertigt. Darin integriert sind eine Schublade für Schuhcreme, ein ausklappbarer Hocker, um die Schuhe bequem anziehen zu können, und eine Garderobe für Kleidung. Nach einem halben Jahr Planung ("Ich habe mit einer Zeichnung auf einem weißen Platt Papier angefangen") hatte Helfrich schließlich 100 Stunden Zeit, sein Gesellenstück zum Abschluss der Ausbildung zum Tischler zu fertigen.

Sonderpreis unter 60 Anwärtern

Und die ganze Arbeit im Betrieb David Müller in Bergisch Gladbach hat sich gelohnt: Tim Helfrich ist für seinen Schuhschrank von der Tischlerinnung Bergisches Land als Sieger des Wettbewerbs "Die gute Form" ausgezeichnet worden. Unter 60 Anwärtern gewann der Wermelskirchener den Sonderpreis. "Ich konnte erst gar nicht glauben, dass ich diesen Preis gewonnen habe. Das freut mich sehr und macht mich stolz", sagt Helfrich. Obwohl er sich nun offiziell Tischler nennen darf, fühlt er sich zurzeit noch etwas mehr als ein Auszubildender. "Das wird sich aber in den kommenden Wochen ändern", sagt er mit einem Lächeln.

Nach der Ausbildung konnte Helfrich in dem Drei-Mann-Betrieb in Bergisch Gladbach nicht übernommen werden. Auf der Suche nach einer neuen Stelle war er frühzeitig aktiv – und erfolgreich. Der 19-Jährige hat bei der Firma "Team 77" in Düsseldorf eine Anstellung als Tischler gefunden. Dort kümmert er sich nun hauptsächlich um die Einrichtung von Arztpraxen. Auch nach der Arbeit nutzt Helfrich oft die freie Zeit, um zu Hause im Keller zu werkeln – so hat er sich bereits sein eigenes Wasserbett, ein Carrom-Brettspiel, einen Messerblock und auch einen Ring aus Holz für Freundin Michelle (19) gefertigt.

In Zukunft einmal einen anderen Beruf auszuüben, kann sich der Wermelskirchener nicht vorstellen. "Ich wollte schon immer Tischler werden. Das ist mein absoluter Traumberuf. Man sieht immer, was man gebaut hat – das finde ich toll", erzählt er.

(RP)