Zukunftsausschuss: Ausschuss versucht sich an Zukunftsthemen

Zukunftsausschuss: Ausschuss versucht sich an Zukunftsthemen

Während die einen über das Wachstumspotenzial der Stadt sprechen wollen, fehlt den anderen im Zukunftsausschuss eine klare Zielsetzung. Das Ergebnis: Es rumpelt noch.

Wenn es um Pläne für die Zukunft geht, dann soll der neue Zukunftsausschuss Ideen einbringen. So viel steht fest. Und darauf haben sich die Mitglieder auch geeinigt, als sie den Arbeitskreis Zukunft im vergangenen Jahr in einen Ausschuss verwandelten. Was das allerdings konkret bedeuten soll, darüber gibt es noch verschiedene Ansichten: Das wurde bei der ersten Sitzung am Mittwochnachmittag schnell deutlich.

Während die WNKUWG einen ganzen Strauß an mehr oder weniger neuen Anträgen einbrachte, pochte Philipp Schmitz (FDP) darauf, die „schwammigen Leitsätzen des Arbeitskreises erstmal in ein konkretes Konzept zu gießen“. Danach könnten dann Anträge gestellt werden. Sebastian Fürsich (SPD) versuchte unterdessen, zu klären, welche Kompetenzen dieser neue Ausschuss überhaupt habe – ohne eigenes Budget – und welche Abläufe mit Blick auf andere Ausschüsse und den Rat vorgegeben seien. Antworten darauf ließen sich am Mittwoch fürs Erste nicht finden. Nur: Der Bürgermeister habe signalisiert, dass die Beauftragung eines zweiten Zukunftskonzeptes solange zurückstehe müsse, bis das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept abgeschlossen sei, erklärte Ausschussvorsitzender Dirk Wartmann. Der Ausschuss müsse sich ohnehin erstmal zusammenfinden, Fuß fassen und seine Möglichkeiten und Zuständigkeiten ausloten. Und: „Das hier ist der richtige Ort, um sich über Zukunftsthemen auszutauschen“, ergänzte der Erste Beigeordneter Stefan Görnert und zitierte schließlich aus der Zuständigkeitsordnung, um wenigstens einige Fragen zu klären. Und die machte auch klar: Eine Diskussion um das Wachstumspotenzial der Stadt hat im Zukunftsausschuss ihren Platz.

Mit einem Antrag zur „Sicherung und Weiterentwicklung des zukunftsfähigen Wohnungsbestandes wie auch Gewerbeflächen“ hatte die WNKUWG dieses Thema auf den Tisch gebracht. Einen ganzen Fragenkatalog und vier offene Anträge aus den vergangenen zehn Jahren hatte die Fraktion angehängt und um Klärung gebeten. Wie kann preiswerter Wohnraum entstehen? Was bedeutet preiswert? Wie kann sich Wermelskirchen um jene Menschen bewerben, die keinen Wohnplatz mehr in Köln finden? Welche Regeln muss es für Bauträger geben, die neuen Wohnraum in Wermelskirchen schaffen? Während den meisten Ausschussmitgliedern die Fragen und Anträge bereits aus anderen Ausschüssen und Beratungen bekannt vorkamen, fragte Jan Lawrenz (Bürgerforum), was es in dieser Frage nun zu beschließen gebe, und Stefan Fürsich wies auf die Gefahr hin, Themen nun mit dem neuen Ausschuss gleich doppelt und dreifach zu beraten und zu beschließen. Also wurde Jan Paas mit der Aufgabe zurück in seine Fraktion geschickt, seinen Antrag neu zu gliedern, neu zu formulieren und wieder mitzubringen.

Was blieb, war die Diskussion um das Wachstumspotenzial der Stadt: „Wir sehen in einer Steigerung der Einwohnerzahlen große Vorteile“, betonte Paas. Statt bei 35.000 zu stagnieren, könne Wermelskirchen auf 40.000 wachsen und an Attraktivität gewinnen. Währenddessen warnte Jörg Hucklenbroich von den Grünen vor Flächenfraß und Verdichtung. „Wir sind froh, wenn wir die aktuelle Einwohnerzahl halten können“, sagte er und wies auch auf ökologische Folgen hin.

„Wenn wir wachsen wollen, müssen wir intelligent wachsen“, betonte Stefan Görnert. Und dazu gehöre eben auch, die soziale Infrastruktur zu bedenken. „Es gibt einen Rechtsanspruch auf Plätze in Kindertageseinrichtungen“, erinnerte Görnert. Und den könne die Stadt schon jetzt nur mit Mühe erfüllen. „Die Entwicklung darf nicht immer zulasten der Stadt gehen“, ergänzte Florian Leßke, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Bauträger könnten an den Folgekosten für soziale Infrastruktur beteiligt werden, schlug er vor. Blieb die Frage nach sinnvollen Flächen: Während Paas dazu animierte, in die Höhe zu bauen oder Dachgeschosse auszubauen, verwies Leßke auf Untersuchungen, die von der Stadt bereits aufgegeben und im Sommer vorgestellt werden sollen. Sie sollen klären, wie, wo und unter welchen Auflagen Bauflächen künftig ausgewiesen werden könnten.

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