BM-Serie: Samstags im... Tierheim: Auf der Suche nach neuem Haustier

BM-Serie: Samstags im... Tierheim : Auf der Suche nach neuem Haustier

Am Samstagmorgen herrscht reges Treiben im Tierheim im Eschbachtal. Schon früh am Morgen werden alle Tiere versorgt. Bei der Reinigung der Zwinger und Ställe und bei der Fütterung gibt es schließlich keinen Unterschied zwischen Wochentag, Wochenende oder Feiertag.

Uwe und Maren Mittelstädt aus Remscheid sind gerade im Katzenraum. Sie suchen nach einem Spielgefährten für "Molly", ihrer Hauskatze. Die Auswahl ist schwer. "Molly soll ja keine Probleme kriegen", sagt Maren Mittelstädt. Also entweder "Slow Motion", einen dominanten Kater oder doch lieber "Naeyli", eine ruhige Katze, die sich in einem Häuschen versteckt? "Wir müssen das noch einmal überlegen", sagt Uwe Mittelstädt. "Wir melden uns auf jeden Fall kurzfristig."

Einfach zum Tierheim fahren und ein Tier mitnehmen, geht gar nicht. Zunächst wird der zukünftige Tierhalter "überprüft". Wie ist die private und berufliche Situation, wie sind die Wohnverhältnisse, hat er schon Erfahrungen mit Tieren? Ein umfangreiches Antragsformular muss ausgefüllt werden.

Familie Wagner aus Remscheid, Vater, Mutter und Sohn, will zum ersten Mal einen Hund haben. Ungefähr mittelgroß soll er sein, die Rasse ist egal. Pflegerin Susanne Schmahl führt die Familie an den Zwingern vorbei und versucht, die Eigenschaften der einzelnen Hunde zu erklären. Das ist nicht einfach, da fast alle Hunde durcheinander bellen. Für Hunde über 40 Zentimeter cm Schulterhöhe muss ein Sachkundenachweis erbracht werden, eine Art "Hundeführerschein". Pflegerin Schmahl empfiehlt auch dringend den Besuch einer Hundeschule. "Das ist eine gute Erfahrung für den Hund und auch für den Besitzer", sagt sie.

Familie Wagner ist unsicher. "Sie können sich einen Hund aussuchen und mit ihm mehrere Tage spazieren gehen. Dann spürt man schnell, ob es passt", rät Schmahl. Für so einen Spaziergang muss ein Pfand hinterlegt werden. "Personalausweis, Kreditkarte oder die Autoschlüssel", sagt Schmahl. "Wir wollen ja, dass der Hund auch wiederkommt". "Bruno", ein wunderschöner Golden Retriever, beteiligt sich nicht an dem allgemeinen Bellen. Ganz ruhig liegt er in seinem Zwinger. "Der wurde auf einem Parkplatz gefunden", erzählt Magda Ditges, die Leiterin des Tierheims. "Wahrscheinlich wurde er ausgesetzt.". Der Hund ist zwar gechipt, aber es ließen sich keine Halterangaben finden. "Bruno" ist ungefähr fünf bis sechs Jahre alt, kerngesund, aber ängstlich. Wer weiß schon, was er erlebt hat? Doch heute ist sein großer Tag. "Bruno" bekommt ein neues Zuhause. Das Ehepaar Pieper aus Overath holt ihn ab. "Wir hatten bereits vier Hunde in unserem Leben, auch schon einen hier aus dem Tierheim in Wermelskirchen", erzählen sie. "Immer, wenn ein Hund gestorben ist, haben wir versucht, ohne Hund zu sein. Doch das geht nicht." Bevor sie nach Hause fahren, gibt es erst einmal einen Spaziergang, damit sich "Bruno" eingewöhnen kann. Und zum Abschied wird "Bruno" von Leiterin Ditges noch einmal richtig geknuddelt.

Groß Zeit zum Abschied nehmen haben weder Ditges noch ihre Helfer. Die nächsten Interessenten sind da und wollen informiert werden.

(RP)