Auch Wermelskirchener Bauern sindLeidtragende des Preiskampfes

Auch Wermelskirchener Bauern sind Leidtragende des Preiskampfes : Landwirte beklagen die Aushebelung der Märkte

Die Preise sinken. Ob Butter, Käse oder Schokolade: Aldi macht es vor und Lidl zieht nach. Seit Anfang des Monats liefern sich die beiden Discounter-Riesen einen Preiskampf – im Wettbewerb um die Kunden und die besten Angebote vor allem im Markenbereich.

„Und am Ende der Kette sind wir die Leidtragenden“, sagt Landwirt Torsten Mühlinghaus auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Auflagen würden immer höher, auch die Ansprüche der Discounter an Molkereiprodukte würden stetig wachsen. Von Landwirten würde die Umstellung des Futters, der Ställe und Wiesen und der Technik gefordert. „Und im gleichen Zug werden die Preise gesenkt“, sagt Mühlinghaus, „das kann so nicht funktionieren.“

Hinzu kommt, dass die Landwirte nach dem trockenen Sommer eine andere Entwicklung erwartet hatten. „Es gibt weniger Milch“, sagt Mühlinghaus. Und das spüren inzwischen auch die Molkerein. Im Rückschluss würde das bedeuten: Der Preis steigt. Auf dem Weltmarkt macht sich das bereits bemerkbar. Auch die eingelagerten Reserven der EU an Milchpulver seien inzwischen aufgebraucht. „Aber dann werden die Märkte mit solchen Preiskämpfen einfach ausgehebelt“, sagt der Landwirt.

Deswegen seien nun die Verbraucher gefragt. 53 Prozent der Milch würden vor allem danach gekauft, wieviel sie kostet. „Das bedeutet: Wir machen Klimmzüge, aber den Verbraucher interessiert am Ende der Preis, nicht die Qualität.“

Zehn Prozent der Milch, die verkauft wird, trage das Biosiegel, weitere zehn Prozent seien Weidemilch. Verbraucher könnten Dumpingpreisen begegnen, indem sie bei Molkereiprodukten auf die Herkunft und entsprechende Siegel achten, sich nicht an den Preisschlachten und Schnäppchenjagden beteiligen. „Andernfalls wird es in zehn Jahren bei uns keine Familienbetriebe mehr geben“, sagt Mühlinghaus, „dann übernehmen die Riesenbetriebe.“

Und das falle dann auch auf den Verbraucher zurück: Denn dann würden im Bergischen auch keine Landwirte mehr existieren, die die Landschaftspflege übernehmen. „Jetzt ist Zeit, um das zu verhindern“, sagt Mühlinghaus.

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