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Ansturm auf Klassiker-Treffen auf dem Rhombus-Gelände in Wermelskirchen

Industrie-Denkmal in Wermelskirchen : Ansturm auf das Rhombus-Gelände

Für das Klassiker-Treffen mit etwa 100 alten Fahrzeugen öffneten die Eigentümer des Geländes zum ersten Mal wieder die Pforten für die Öffentlichkeit. Besucher mussten in Schlangen warten, um auf das historische Gelände zu kommen.

Schon eine Stunde vor dem offiziellen Einlass um 12 ­­Uhr stehen die Besucher Schlange vor den Toren zum Rhombus-Gelände, um einen Blick auf die angekündigten Oldtimer des Klassiker-Treffens und das historische Fabrikgebäude zu erhaschen. Zum ersten Mal öffneten die Eigentümer Sven Schulte und Walter vom Stein die Pforten des Geländes wieder für die Öffentlichkeit – und das wollte sich kaum ein Wermelskirchener entgehen lassen. „20 Jahre lang war es fünf vor zwölf – und jetzt war es um fünf nach zwölf schon rappelvoll hier“, sagt vom Stein gutgelaunt ob des kontrollierten Andrangs vor dem Mittelschiff der Fabrik, wo Schulte und einige Ordner den Einlass regulieren.

300 Gäste dürfen sich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen parallel auf dem Hof des Geländes aufhalten, in dem vor Wochen noch Bauschutt lagerte. An diesem Sonntag sind es im Wechsel um die 100 historische Autos, Trecker und Motorräder, die Blicke auf sich ziehen.

Aus Bottrop hatte sich früh morgens Karl Heinz Röhr mit seinem Jensen Healy von 1974 auf den Weg in die Stadt gemacht. Vom Klassiker-Treffen hatte er im Internet gelesen, „und da durch Corona alle anderen abgesagt wurden und das Auto schließlich bewegt werden muss, bin ich hergefahren“, sagt er. „12 Uhr fand ich zunächst eine merkwürdige Zeit, aber ich bin positiv überrascht, wieviele Klassiker hier sind.“

Eigentümer Walter vom Stein (links) nimmt im Jensen Healey von Karl Heinz Röhr aus Bottrop Platz. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Über die „eindrucksvolle und faszinierende Location“ tauschen sich an diesem Tag viele Gäste aus. Auch anwesende Politiker, die sich ein Bild von dem Gelände machen wollen, das wieder Stadtgespräch geworden ist, seit vom Stein und Schulte ihre Visionen von einem „Markt der Möglichkeiten“ publik gemacht haben. „Dass die Rotklinker-Fassade freigelegt wurde, wertet das Gelände total auf“, lobt Grünen-Sprecher Stefan Janosi, „peu à peu ist hier vieles möglich.“ Daran glaubt auch Bürgermeister-Kandidat Marco Frommenkord (FDP): „Es ist toll, was die Veranstalter hier auf die Beine gestellt haben. Und das gilt es zu wertschätzen“, sagt er. „Sie haben Visionen, die Perspektiven sind sehr aussichtsreich.“

Servierten duftende Waffeln, Berliner und Franzbrötchen: Hans und Hannelore Klasen. Foto: Kathrin Kellermann

Er schätzt, dass „70 Prozent der Gäste die Autos sehen wollen, und der Rest ist neugierig auf das Rhombus-Gelände.“ Dass das alte Industriedenkmal „endlich bekommt, was ihm gebührt und dass die Hausherren eingeladen haben, um sich alles anzugucken“, freut Oliver Platt vom Bürgerforum. Besonders glücklich an diesem Tag: Historiker Claus Füllhase, der alte Bilder und Prospekte mitgebracht hat und neugierigen Besuchern die Geschichte des Rhombus-Geländes näherbringt, das 1902 von Robert Weber gebaut wurde.