Wermelskirchen: Angespannte Stimmung beim Informationsabend

Wermelskirchen: Angespannte Stimmung beim Informationsabend

Schulleitung und Stadt geben künftigen Fünftklässler-Eltern einen Situationsbericht zur Sekundarschule.

116 Schüler sind aktuell für die fünften Klassen der Sekundarschule im Schuljahr 2018/2019 angemeldet. Sie werden im sogenannten "Ernebau" an der Rot-Kreuz-Straße eingeschult. Betroffene Eltern reagierten ungehalten.

So gut besucht war ein Eltern-Informationsabend noch nie im Forum der Hauptschule. Schulleiter Dietmar Paulig freute sich über den großen Zuspruch; er und Vertreter der Stadtverwaltung informierten über die Einschulung der zukünftigen 5. Klassen der Sekundarschule. Die Stimmung bei den Eltern war nicht gut und angespannt. "Die Kinder werden ausgelagert und das Lehrerpersonal muss pendeln", sagten Sandra Hokkeler und Myriam Kemmann von der Schulpflegschaft.

Bis Ostern 2019 sollen die 5. Klassen im "Ernebau" untergebracht werden. "Ostern mag ja stimmen", sagten die Elternvertreterinnen, "nur das Jahr, das weiß niemand". 2012 wurde der Beschluss gefasst, die Haupt- und die Realschule auslaufen zu lassen. Am Standort der Realschule soll ein Neubau für die Sekundarschule entstehen. Und obwohl Schulleiter Paulig und die Vertreter der Stadt nicht persönlich verantwortlich sind, bekamen sie den Unmut der Eltern zu spüren.

Jochen Bilstein, SPD-Fraktionsvorsitzender, und Andreas Voß vom Amt für Jugend, Bildung und Sport, versuchten, die Entwicklung zu erklären. Die Bezeichnungen wie "Rahmenbedingungen, Ausschreibungen und komplexe Prozesse" fanden bei den Eltern kein Verständnis. "Es wird so viel Geld für unsinnige Aktionen in der Stadt versenkt, wie zum Beispiel für die ganzen Gutachten", war eine Meinung.

Es gibt eine Zusicherung, dass die Haupt- und Realschule bis zum Ende am Standort bleiben. "Die provisorische Unterbringung der fünften Klassen ist am besten, da es dort die geringsten Differenzierungen gibt", sagte Paulig.

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"Ab dem 6. Schuljahr steigt die Anzahl der Wahlpflichtfächer, und mit den nächsten Jahren werden es immer mehr", erklärte der Schulleiter. Räume und Ausstattung seien gut, die Mittagsverpflegung und das Ganztagsangebot sind gewährleistet, erklärte Paulig. Der Sportunterricht findet in der Schwanensporthalle statt und eine Schulbusverbindung besteht auch. Anspruch für einen Zuschuss besteht ab einer Entfernung von 3,5 Kilometern.

Es kann passieren, dass es für die Rote-Kreuz-Straße keinen Zuschuss gibt, für die Wirtsmühle aber schon. "Es ist doch die gleiche Schule", sagten die Eltern. "Es ist ein Ländergesetz", sagte Voß vom Schulamt. "Dann muss es eine Leistung der Stadt Wermelskirchen für die Übergangszeit geben", ist die Antwort. "Geht nicht, da die Stadt im Haushaltssicherungskonzept ist", hieß es aus der Verwaltung.

Den Eltern fehlt das Verständnis für die Entscheidungen und für die zeitlichen Abläufe. "Alle öffentlichen Baumaßnahmen stimmen doch nie. Sie werden immer teurer, die Termine stimmen nicht und möglicherweise ist die Qualität auch nicht in Ordnung", hieß es seitens der Eltern.

"Haben Sie Kontakt nach Burscheid oder Odenthal? Können die noch Schüler aufnehmen?", wurde Schulleiter Paulig denn auch gefragt. Es könnte sein, dass sich Eltern nach dieser Informationsveranstaltung für eine andere Schule entscheiden.

Gefordert wurde eine weitere Informationsveranstaltung nach der Ratssitzung am 18. Juni. Dann sollte klar sein, was, wann und wie mit der Sekundarschule und allen Baumaßnahmen passiert. Weitere Termine 26. Juni, 16 Uhr, Besichtigung des "Ernebaus"; 9. Juli, 16 Uhr, Einschulung der 5. Klassen, Wirtsmühler Straße.

(RP)
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