Wermelskirchen: An Ladestationen dürfen alle parken

Wermelskirchen : An Ladestationen dürfen alle parken

Es gibt zwar ein Verwaltungsgerichtsurteil, dass nicht nur Elektrofahrzeuge an Ladestationen halten dürfen. Die Bergische Energie- und Wasser-GmbH rät aber, diese Parkplätze in erster Linie für die Elektrofahrzeuge frei zu halten.

An der Oberen Remscheider Straße und an der Telegrafenstraße gibt es zwei ausgewiesene Parkplätze für Elektrofahrzeuge. Dort hat die Bergische Energie- und Wasser-GmbH eine Ladestationen installiert. Hinweisschilder zeigen die Nutzung für Elektrofahrzeuge an. Zumeist sind diese Plätze aber mit normalen Fahrzeugen belegt. Ist dort das allgemeine Parken tatsächlich erlaubt? Ist der Platz nicht reserviert?, fragte die BM nach.

"Durch das Zusatzschild ist die Nutzung eigentlich verbindlich", meint Kommissar Frank Burkert. Und im Ordnungsamt heißt es: "Der Verkehrsingenieur ordnet an und wir führen aus", erklärt Ordnungsamtsleiter Jürgen Hemmerich. Verkehrsingenieur Peter Bärwald meint, der Tatbestand sei nicht eindeutig und rechtlich eine Grauzone. "Wenn ein Benzin-Pkw auf diesem markierten Parkplatz steht, gibt es von uns kein Knöllchen", sagt Hemmerich. Eine Strafe gebe es nur, wenn die Parkzeit überschritten oder die Parkscheibe nicht ausgelegt worden sei. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat jüngst entschieden, dass alle Pkw auf den Stellflächen für Elektrofahrzeuge parken dürfen. (AZ.17K4293/12). Die betroffene Stadt Dortmund bleibt nach diesem Urteil also auf den Kosten sitzen oder muss sogar Entschädigung leisten.

Daraus ergeben sich neue Fragen: Macht denn eine Ladestation überhaupt Sinn, wenn die Elektromobile dort meist gar nicht parken können? Und macht die Ladestation an den Standorten in der Innenstadt Sinn, wenn die Parkdauer begrenzt ist? An die Parkzeit muss sich ja auch der Fahrer eines Elektroautos halten.

Frank Buchholz, Verwalter des Fuhrparks bei der BEW, ist dienstlich zumeist in einem Elektroauto unterwegs und er kennt sich mit der Ladetechnik aus. "Man unterscheidet zwischen zwei Standards. CHAdeMO aus Japan erlaubt eine Schnell-Ladefunktion. In 20 Minuten erreicht man eine Akkuleistung von 85 Prozent. Die zweite Variante sind Ladestationen mit dem sogenannten Typ II. Das ist die Technik der BEW-Säule", erklärt Buchholz.

An dieser Station könnte laut Buchholz ein Elektro-Smart in einer Stunde aufgeladen werden. Das würde ja mit der erlaubten Parkdauer passen. Auch die japanischen Fahrzeuge können angeschlossen werden, allerdings ohne die Schnell-Ladefunktion. Buchholz sagt: "Verkehrsteilnehmer sollten bedenken, dass die Elektrofahrzeuge nur an den speziellen Ladestationen betankt werden können. Sie sind darauf angewiesen. Hilfreich wäre, diese Parkplätze frei zu halten.

(wsb)