Am Gymnasium in Wermelskirchen läuft das G8 aus.

Wermelskirchen: Gymnasium kehrt zur G9-Variante zurück

Die Schulkonferenz des Gymnasiums hat gar nicht erst die Diskussion über G8 oder G9 eröffnet. Entsprechende Anträge blieben aus. Damit wird künftig wieder 13 Jahre bis zum Abitur unterrichtet. Logistische Probleme erwartet die Stadt dadurch nicht.

Die nächste Generation der Abiturienten in Wermelskirchen wird wieder 13 Jahre bis zum Abitur unterrichtet. Darüber informierte Schulleiterin Elvira Persian gestern Vormittag auf Nachfrage dieser Redaktion. Bis zu den Herbstferien hatte die Schulleitung der Schüler-, Eltern- und Lehrervertretung die Möglichkeit gegeben, einen Diskussionsantrag zu stellen. Die verschiedenen Gruppen der Schulgemeinde waren angeschrieben und auf die Möglichkeit hingewiesen worden, in der Schulkonferenz über Vor- und Nachteile von G9 und G8 zu sprechen. Am Donnerstagabend tagte schließlich die Schulkonferenz, entsprechende Anträge blieben aus. „Wir wissen, dass es Eltern, Schüler und auch einige Lehrer gibt, die G8 befürworten“, erklärte Elvira Persian. Aber die ausbleibenden Anträge signalisierten auch, dass sie in den verschiedenen Gruppen keine Mehrheit hätten.

Die Landesregierung hatte den Gymnasien die Möglichkeit gegeben, bei acht Jahren Unterricht bis zum Abitur zu bleiben. Schulen müssen für diesen Fall bis Ende Januar einen Antrag stellen. Wollen sie aber die Rückkehr zu G9 ist keine Antragsstellung nötig. „Es muss also keine Entscheidung getroffen werden“, erklärt Elvira Persian, „wir kehren automatisch zu G9 zurück.“

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Für das Gymnasium bedeutet diese Rückkehr, dass ab dem neuen Schuljahr Fünft- und Sechstklässler im alten Modell unterrichtet werden. „Was das für den Unterricht, methodische Fragen und den Platzbedarf bedeutet, können wir noch nicht absehen“, erklärte die Schulleiterin. Denn noch warte man auf den Entwurf der Stundentafel. Der solle klären, wie viele Stunden in welchen Fächern vorgesehen sind und auch inwiefern sich Methoden im Vergleich zur alten G8-Variante verändern. „Unsere Aufgabe ist es dann, diese Stundentafel umzusetzen“, erklärt Elvira Persian. Dann erst seien auch aktuelle Förderkonzepte und Lernzeiten planbar. Im Moment mache das noch keinen Sinn. Man wisse noch zu wenig, das mache auch eine Beurteilung der Situation schwierig. Fest steht: Langfristig wird am Gymnasium wieder eine Klasse mehr unterrichtet. Wird das zu Platz- oder Personalproblemen führen? „Das Problem wird fachspezifisch sein“, sagt Elvira Persian. Nach vorsichtigen Prognosen könne es vor allem im Sportbereich eng werden.

Als Schulträger beschäftigt sich mit diesem Thema auch die Stadt. „Wir gehen aktuell davon aus, dass es keinen Handlungsbedarf geben wird“, sagt der Erste Beigeordnete Stefan Görnert. Die Stadt habe genau diese Frage im Rahmen des Schulentwicklungsplans prüfen lassen, warte aber noch auf die abschließenden Ergebnisse. Man könne aber schon vorsichtig signalisieren, dass genug Platz da sei. „Wir hatten auch früher G9, das sollte auch jetzt räumlich wieder möglich sein“, sagt Görnert. Die Klassenräume, die während der G8-Phase nicht mehr gebraucht worden waren, hatten neue Funktionen übernommen. „Sollten Engpässe erwartet werden, kommen wir darüber natürlich mit der Schulleitung ins Gespräch“, sagt Görnert. Aber so detailliert könne man aktuell noch gar nicht rechnen und planen.

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