Wermelskirchen: Alle Flüchtlinge erhalten Info-Ordner

Wermelskirchen: Alle Flüchtlinge erhalten Info-Ordner

Flüchtlinge haben es nicht leicht, sich in einem fremden Land zu orientieren. Viele Dinge sind anders als in der Heimat und viele Hinweise, Vorschriften oder Verbote sind einzuhalten. Die Stadtverwaltung hat nun einen Informationsordner mit zehn Kapiteln zusammengestellt, die den Flüchtlingen als Hilfe dienen sollen.

Gesundheit und Familie, Finanzen, Bildung, Mobilität, Wohnung, Arbeit und Ausbildung, Freizeit, Beratung und Begleitung sind die Hauptpunkte. Unter Leitung von Christiane Beyer, zuständig für Demografischen Wandel, Inklusion und Quartiersentwicklung in der Stadtverwaltung, ist ein umfangreiches Werk entstanden, das durch Landesmittel finanziert worden ist.

Dazu beigetragen haben auch Frank Schopphoff (ADFC), Marita Bahr, Rektorin des Gymasiums, Jochen Bilstein (ehem.Lehrer), die Initiative "Willkommen in Wermelskirchen" und vom Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) Kim Cürlis und Miguel Karaschewski. Viele Fotos und Illustrationen helfen beim Verständnis und es wurde eine einfache Sprache gewählt. "Es soll im Gebrauch eine persönliche Mappe werden", erklärt Christina Beyer. "In den beigefügten Leerhüllen können Formulare oder Bescheinigungen abgeheftet werden, die sich bei dem ganzen Verwaltungsvorgang ansammeln."

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Doch was macht ein Flüchtling, der gerade aus Syrien in Wermelskirchen eingetroffen ist, mit einer deutschsprachigen Mappe? "Da hilft natürlich nur die Übersetzungshilfe oder der Kontakt zu Flüchtlingen, die schon eine Weile hier sind. Am besten ist es natürlich, ganz schnell die deutsche Sprache zu lernen", sagt Bürgermeister Rainer Bleek. Es hätte wohl das Budget gesprengt, diese aufwändige Information auch noch mehrsprachig zu erstellen.

Wie schnell Dinge, die im Ordner stehen, auch ohne Sprachkenntnisse erkannt werden, zeigen die Kinder von Safaa Sawan. Die Syrerin ist erst vor eineinhalb Monaten mit ihren drei Kindern nach Wermelskirchen gekommen. Sie zeigen auf Fotos und Symbole und rufen: "Aldi", "Norma" oder "Tafel". Beim Durchblättern des Ordners fällt auf, wie kompliziert das alltägliche Leben ist und was alles einzuhalten ist. Allein der Bereich medizinische Versorgung mit Behandlungsschein oder Gesundheitskarte ist ein umfangreiches Kapitel. Und der Abschnitt Finanzen hat noch mehr Seiten. Und bis ein Asylbewerber eine "legale und amtlich beglaubigte" Arbeitsstelle antreten darf, sind viele Hürden zu überwinden.

(wsb)