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Wermelskirchen: Abwasser: Kämmerer widerspricht der Kritik

Wermelskirchen : Abwasser: Kämmerer widerspricht der Kritik

Dem Vorwurf des Bundes der Steuerzahler NRW, die vergleichsweise hohen Abwassergebühren in Wermelskirchen seien hausgemacht, entgegnet Stadtkämmerer Bernd Hibst, zuständig auch als kaufmännischer Leiter für den Städtischen Abwasserbetrieb: "Wir wirtschaften ordentlich. Die Zahlen, die der Steuerzahlerbund vorstellte, sind nicht vergleichbar. Wir haben hier ganz andere topografische Bedingungen und damit höhere Kosten wie auf dem flachen Land."

796,70 Euro hatte der Steuerzahlerbund errechnet, zahlt die "Musterfamilie" in Wermelskirchen fürs Abwasser jährlich. In Remscheid sind es 688,10, am Niederrhein (Issum) nur 375,10 Euro.

Hibst hat für diese Rechnungen nur ein müdes Lächeln übrig. "Wir haben hier ganz andere Kosten für die technischen Anlagen als auf dem flachen Land", so der Kämmerer. So müssten zum Beispiel viel mehr Pumpwerke in der bergischen Flächengemeinde gebaut und unterhalten werden. Remscheid führt er ebenfalls als Beispiel an. In der Fläche etwa so groß wie Wermelskirchen, aber dreimal so viele Einwohner. Da lasse sich ein Kanalbetrieb wirtschaftlicher führen, weil dreimal so viele Bürger an den Kosten beteiligt würden.

Die Aufforderung des Steuerzahlerbundes, wieder zur kalkulatorischen Abschreibung des Kanalnetzes auf Basis des Anschaffungszeitwertes zurückzukehren, lehnt der Kämmerer vorerst ab. In Wermelskirchen ist 2011 die Abschreibung auf den Wiederbeschaffungszeitwert umgestellt worden. Darin sieht der Steuerzahlerbund einen weiteren Grund für die hohen Gebühren. Tatsächlich stieg die Abwassergebühr deshalb um 49 Cent je Kubikmeter in 2011.

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Doch Hibst rechtfertigt diesen Schritt. 2001 sei die Abschreibungsbasis verändert worden: vom Wiederbeschaffungszeitwert auf die Anschaffungswerte. Zu der Zeit war noch reichlich Geld in der inzwischen leeren Rücklage – durch die Entnahme wurden die Gebühren niedriger gehalten, als sie hätten aufgrund der tatsächlich anfallenden Kosten sein müssen.

Doch in den letzten drei Jahren musste die Stadt trotz Aufnahme von Investitionskrediten immer wieder Überziehungskredite in Anspruch nehmen. Um das zu stoppen – und die Kreditverpflichtungen mittelfristig abzubauen, sei man zum Wiederbeschaffungszeitwert zurückgekehrt. "Zukünftige Generationen sollen zumindest durch diese Altlasten nicht mehr belastet werden", so sein Argument. Er erwartet, dass nach Abbau der Schulden erneut über die Abschreibungsbasis beraten und entschieden. Für die nächsten Jahren rechnet er bei den Abwassergebühren nur mit "kleinen Anpassungen". FRAGE DES TAGES

(RP)