80 Schüler des Gymnasiums Wermelskichen ausgezeichnet

Gymnasium Wermelskirchen : Ausgezeichnet

Mehr als 80 Gymnasiasten für herausragende Leistungen oder besonderes Engagement gewürdigt. Auszeichnung als Gründerschule.

Vielleicht war es der Lateinlehrer Andree Sohmen, der am Mittwochabend während der zweistündigen Veranstaltung „Ausgezeichnet“ die wichtigsten Worte sprach: Man müsse nicht nur wollen, sondern auch tun. Mit diesem Zitat Goethes beschrieb Sohmen, der am Gymnasium die pädagogisch-didaktische Leitung innehat, was 82 Schülern quer durch alle Jahrgangsstufen zur Ehrung im Pädagogischen Zentrum verholfen hatte. Die mit Urkunden und Geschenk-Gutscheinen gewürdigten Jugendlichen deckten ein Spektrum ab, das nach Angaben der Organisatorinnen des Abends absolut breit gefächert war: „Von wissenschaftlich bis sportlich und von musikalisch bis künstlerisch oder sozial engagiert sind alle Gebiete erneut ungefähr gleich stark vertreten“, verriet bereits im Vorfeld des Programms die Mathe- und Chemielehrerin Pia Müller (29).

Sie bildete gemeinsam mit ihrer Kollegin Christiane Schnepper (28) aus den Fachschaften Mathe und Physik das zweite Jahr in Folge das Planungsteam, das die Empfehlungen einer gleichberechtigten Jury aus Schülern, Eltern und Lehrern umsetzte. Deutlich länger als die beiden Pädagoginnen, und zwar das 13. Mal in Folge, verfolgte der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Wermelskirchen, Rainer Jahnke, in welchen Bereichen sich Gymnasiasten mit besonderen Leistungen hervorgetan hatten. In seiner Laudatio hob er hervor, dass es nicht normal sei, in einer überschaubaren Stadt wie Wermelskirchen derart viele Talente anzutreffen.

Zugleich betonte der Sparkassendirektor, dass es viele Wege zum Erfolg gebe. Damit schlug er eine Brücke zum aktuellen Akademisierungswahn und appellierte an die Eltern im Saal, für ihre Kinder durchaus auch eine Ausbildung in Betracht zu ziehen: „Es gibt heute unendlich viele Möglichkeiten der Berufswahl.“ Das zeige sich unter anderem an den Büchern mit den Studiengängen, die immer dicker geworden seien. Die vielen Optionen könnten junge Menschen jedoch überfordern. Weshalb es insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels gar nicht schlecht sei, seinen Nachwuchs „ruhig erst mal eine Ausbildung machen zu lassen“, so das Plädoyer des fünffachen Vaters, der die Schwierigkeiten bei der Wahl des richtigen Berufsfelds aus eigener Erfahrung und aus der eigenen Familie kennt.

Den Schülern im Publikum legte er ans Herz, sich vor allem auf ihre Begabungen und ihren Fleiß zu konzentrieren: „Bitte nehmt das mit.“ Denn Ausdauer und Fleiß seien das Entscheidende im Leben. Eine Sichtweise, der sich auch Schulleiterin Elvira Persian anschloss. Was sich daran zeigte, wie sie auf humorvolle Weise die acht anwesenden Jungen und Mädchen präsentierte, die für ihre schulischen Leistungen Auszeichnungen erhielten: „Diese jungen Leute haben fürchterlich langweilige Zeugnisse.“ Darauf stünde höchstens eine Zwei. Der Rest seien nur Einser. „Sicher bringen sie besondere Talente mit. Aber ohne Fleiß schaffen sogar sie ihre tollen Zeugnisse nicht.“ Womit an diesem Abend, der neben Ehrungen auch Musikbeiträge, eine Lesung und eine Theater-Einlage zu bieten hatte, einmal mehr eine klassische Tugend in den Fokus rückte: Ohne Fleiß kein Preis. Und ohne Preise wiederum keine Würdigung wie die Auszeichnung als Gründerschule, über die sich am Ende der Veranstaltung nicht nur Elvira Persian, sondern auch die Schule als Ganzes freuen konnte.

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